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EMI: Volle Auftragsbücher

Die deutsche Industrie ist im Juli wieder dynamischer gewachsen. Sie profitiert von rekordverdächtigen Produktions- und Auftragszuwächsen. Der saisonbereinigte Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) kletterte gegenüber dem Vormonat um 2,8 Zähler auf 61,2.

Die Produktion legte im Juli stärker zu als in den beiden Vormonaten. Dabei ließen die Investitions- und Vorleistungsgüterhersteller den Konsumgüterbereich hinter sich. Die Auslandsbestellungen hielten sich mit 56,1 zwar auf hohem Niveau, der entsprechende Index wies jedoch das niedrigste Plus seit fünf Monaten aus. "Verantwortlich hier für waren der nachlassende Welthandel und die gedämpfte Nachfrage nach Industrieerzeugnissen 'Made in Germany' innerhalb der Eurozone", kommentierte BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Holger Hildebrandt die aktuelle EMI-Statistik.

Die meisten anderen Länder hätten ihre beschleunigende Erholungsphase bereits beendet, so Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Aber auch in Deutschland sei absehbar, dass aufgrund der hohen Exportabhängigkeit spätestens im Herbst das Sommermärchen sein Ende finde. Die Dynamik werde dann nachlassen.

Die Vorleistungs- und Investitionsgüterhersteller verzeichneten im Berichtszeitraum robuste Zuwächse bei den Exportaufträgen, während im Konsumgüterbereich ein Minus zu Buche schlug. Sowohl Global Player als auch KMU konnten sich mit 63,2 (Juni: 58,1) erneut über ein hohes Plus an Neuaufträgen freuen. Dabei legten nicht nur die Auftragsbestände (Juli: 62,3) rasant zu, auch die Beschäftigtenzahl in den Unternehmen stieg den vierten Monat in Folge so stark wie zuletzt im Mai 2008.

Index Einkaufspreise: Der Preisauftrieb verlangsamte sich im Juli zum dritten Mal in Folge. Er blieb jedoch im historischen Vergleich ausgesprochen hoch. Verantwortlich hierfür waren einerseits Lieferengpässe, andererseits aber auch der nach wie vor vergleichsweise niedrige Außenwert des Euro. Die anhaltende Talfahrt der europäischen Leitwährung führte zu einer generellen Verteuerung der Importe. Die Verkaufspreise (53,0) wurden zwar zum sechsten Mal hintereinander angehoben, doch auch hier fiel die Rate niedriger aus als im Juni (55,7). Die durchschnittlichen Lieferzeiten verlängerten sich im Berichtsmonat mit der zweithöchsten Rate (32,1) seit Umfragebeginn vor 14 Jahren. Verantwortlich hierfür waren zu niedrige Lagerbestände und Kapazitätsengpässe auf Lieferantenseite. Folglich setzten die Branchenakteure alles daran, ihre Vormateriallager aufzustocken. Dies gelang ihnen auch zum vierten Mal hintereinander. Die Fertigwarenlager nahmen hingegen dank guter Umsätze leicht ab. Dass die Bestände mit 48,2 im Juni und 49,2 Zählern im Juli den zweiten Monat in Folge leicht sanken, lag zum einen an der starken Nachfrage, zum anderen aber auch an Produktionsverzögerungen infolge der Lieferschwierigkeiten für Vormaterialien.

Der "Markit/BME-Einkaufsmanager-Index" (EMI) ist ein monatlicher Frühindikator zur Vorhersage der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland und beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern/Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland.

www.bme.de

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