C.ebra
„modul space“
Das Tragrohrsystem-Möbel „modul space“ lässt sich individuell gestalten.

Möbel für Generationen

In diesem Jahr feiert Bosse Design, das Unternehmen gehört seit 1992 zur Dauphin-Gruppe, ein rundes Jubiläum: 50 Jahre Produktion von Büromöbeln „Made in Germany“. Geschäftsführer André Heuer stand uns Rede und Antwort auf unsere Fragen zu Tradition, Kompetenz, Nachhaltigkeit und Visionen.

Herr Heuer, 50 Jahre Bosse – welches sind die Meilensteine des Unternehmens?

Das Unternehmen wurde 1962 von Günter Bosse gegründet. Offiziell wurde das Unternehmen erst am 18.2.1964 beim Amtsgericht (Handelsregister) eingetragen. Aus diesem Grund feiern wir in diesem Jahr unser 50-jähriges Firmenjubiläum. Seit dem Gründungstag beschäftigt sich Bosse mit der Produktion von Möbeln. In den 60er und 70er Jahren lag der Schwerpunkt von Entwicklung und Produktion auf den bekannten Bosse-Schrankwänden in Einfach- und Endlosbauweise. In den 80er Jahren entwickelte Günter Bosse dann das erste Gebäude-unabhängige Raum-in-Raum-System, welches in den frühen 90er Jahren unter dem Begriff „human space“ als marktführendes Produkt bekannt war. Bis September 2001 feierte Bosse große Erfolge bei deutschen und internationalen Großunternehmen. Danach brach das Projekt-Geschäft mit der Neustrukturierung von Großraumbüros ein, und Bosse reagierte darauf mit der Entwicklung der „Bosse-Cubes“. Heute ist der „human space cube“ eines der marktführenden Produkte für die Gestaltung und Strukturierung von Großraumbüros und wird besonders von der Großindustrie konsequent eingesetzt.

Als zweites Standbein konnte Bosse 2002 das Unternehmen MRD und dessen neuentwickeltes Tragrohrmöbelsystem erwerben. Daraus entstand durch Überarbeitung und Weiterentwicklung in enger Zusammenarbeit mit dem Designer Martin Ballendat die erfolgreiche Produktserie „modul space“. Heute ist „modul space“ das Keyprodukt von Bosse und für mehr als 90 Prozent des Umsatzes verantwortlich. Das Objektprogramm „modul space“ findet sich nicht nur in modernen Bürolandschaften wieder, sondern überzeugt auch im gehobenen Wohnmöbelsegment: Auf Basis von Bosse „modul space“ entstand im Jahr 2010 die Einrichtungslinie „Dauphin Home“. Hier besticht das Chromrohrsystem durch zeitlose Eleganz und speziell für den Wohnbereich weiterentwickelten Oberflächen, Beschlägen und Materialien.

André Heuer, Geschäftsführer von Bosse Design
André Heuer, Geschäftsführer von Bosse Design

Worin liegt die besondere Kompetenz von Bosse?

Die besondere Kompetenz von Bosse liegt in dem Know-how, individuell gestaltete Möbel als Einzelstück, in kurzer Zeit, bei höchster Qualität und zu marktfähigen Preisen produzieren zu können. Unser Tragrohrsystem-Möbel „modul space“ lässt sich so individuell gestalten, dass heute mehr als 60 Prozent der produzierten Möbel Unikate sind. Es hat sie vorher nicht gegeben und wird sie auch in Zukunft wohl nicht wieder geben. Kurz gesagt, Bosse ist in der Lage Unikate in Serie zu fertigen. Bei unserem „human space Cube“ haben wir aufgrund der 30-jährigen Erfahrung im Bereich der Raum-in-Raum-Systeme eine besonders hohe Kompetenz in den Bereichen Akustik (Schallisolation, Schallabsorption), Beleuchtung, Belüftung, Flächengestaltung, usw. erworben.

Made in Germany – was heißt das für Bosse genau?

Bei Bosse hat man sich bewusst für den Standort Deutschland entschieden. Der Begriff „made in Germany“ ist nach wie vor ein Synonym für Qualität, Design und Zuverlässigkeit. Seit 2011 beliefert Bosse einen chinesischen Partner, der ausschließlich hochwertige Eigentumswohnungen unter dem Begriff „made in Germany“ einrichtet. Bei diesem Kunden kommen ausnahmslos deutsche Markenhersteller zum Einsatz. Aber auch deutsche Unternehmen, wie die Firma Leica, die mit Bosse „modul space“ aktuell ihre komplette neue Verwaltung in Wetzlar ausstattet, entscheiden sich häufig für das Siegel „made in Germany“. Aber nicht nur im Vertrieb ist das Label „made in Germany“ bzw. der Standort Deutschland wichtig. Durch die hohe Flexibilität von „modul space“ und die damit verbundene Vielzahl von Konfigurationsmöglichkeiten, benötigen wir nicht nur in Planung und Vertrieb, sondern auch bei unseren Lieferanten und in der Produktion höchste Flexibilität und ausgebildete Fachkräfte, die die Ideen unserer Kunden schnell und zuverlässig in qualitativ einwandfreie Produkte umsetzen können. Der Facharbeiter-Anteil in unserer Produktion liegt bei 100 Prozent.

Stichwort Umwelt: Wo liegen da die Schwerpunkte? Wie kontrollieren Sie Ihre Zulieferer?

Das Thema Nachhaltigkeit und Umwelt beschreiben wir bei Bosse mit einem Satz: „Wir bauen Möbel für Generationen“ und hat natürlich eine zentrale Bedeutung in unserem Bosse-Management-System (BMS). Unsere Möbel können nicht nur sortenrein zerlegt werden, sondern auch nach vielen Jahren einfach umgebaut und einer neuen Verwendung zugeführt werden. Durch den einfachen Austausch von Fronten und Paneelen können Möbel auch nach 10, 15 oder 20 Jahren dem Zeitgeist in Geometrie und Optik angepasst werden. Unsere Zulieferer sehen wir nicht als anonymen Lieferanten, sondern als Partner, mit dem wir gemeinsam unsere Produkte weiterentwickeln. Alle Lieferanten werden regelmäßig besucht und unterliegen einer jährlichen Lieferantenbewertung. Wir präferieren Lieferanten aus der Region und sichern uns damit hohe Flexibilität und eine zertifizierte und ressourcenschonende Produktion.

Welche Kundenstruktur hat das Unternehmen heute?

Unsere wichtigsten Kunden sind natürlich die deutschen und europäischen Fachhändler. Unsere Endkunden sind Unternehmen, die sich auch durch ihre Büromöbel-Ausstattung definieren möchten, wie zum Beispiel Arztpraxen, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwaltskanzleien, Steuerberatungsbüros, Banken, Unternehmensberatungen und natürlich das aktuelle Projekt: die neue Zentrale der Firma Leica. Bei unserem neu-entwickelten „human space Cube“ konzentrieren wir uns in Zusammenarbeit mit dem Fachhandel im Wesentlichen auf die Großindustrie. Erste Erfolge bei namhaften Unternehmen zeigen, dass wir auch mit diesem Produkt vor einer vielversprechenden Zukunft stehen.

Wie sehen Bosse-Möbel wohl in den nächsten 50 Jahren aus?

Die Antwort auf diese Frage ist einfach. Bosse „modul space“ wird auch im Jahr 2064 in gleicher Form produziert werden. Farben und Oberflächen folgen dem Zeitgeist. Der hochwertige Metallrahmen wird auch in 50 Jahren noch aus Rohren und Knoten bestehen. Das ist der große Vorteil, denn Sie können auch im Jahr 2064, ein im Jahr 2014 erworbenes Möbel problemlos ändern oder erweitern. 

www.bosse.de

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