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Weniger ist manchmal mehr

Ein sauberer Büroarbeitsplatz ist wichtig, aber muss er auch keimfrei sein? Die letzte Pandemiewelle hat für einen enormen Schub beim Absatz von Desinfektionsmitteln gesorgt. Wir fragten nach bei unseren Lesern.

Um die Ansteckungsgefahr zum Beispiel mit  einer Grippe im Büro zu minimieren reicht den meisten Befragten eine desinfizierende Seife in den Waschräumen aus. (Quelle: Jupiterimages/Comstock/Thinkstock)
Um die Ansteckungsgefahr zum Beispiel mit einer Grippe im Büro zu minimieren reicht den meisten Befragten eine desinfizierende Seife in den Waschräumen aus. (Quelle: Jupiterimages/Comstock/Thinkstock)

Mit dem Thema unserer Umfrage haben wir scheinbar den Nagel auf den Kopf getroffen, denn das Echo war enorm. Wir wollten von unseren Lesern folgendes wissen: „Verwenden Sie antibakteriell beschichtete Büroartikel oder desinfizierende Reiniger in Ihrem direkten Arbeitsumfeld? Wie beurteilen Sie den Einsatz solcher Hilfsmittel?“

In Waschräumen werden heutzutage fast überall Handdesinfektionsmittel oder desinfizierende Seifen zur Verfügung gestellt. Zusätzliche Mittel zur Desinfektion des WC-Sitzes würden von den Mitarbeitern gut angenommen, erklärt beispielsweise Hubert Deininger von der Universa-Lebensversicherung. Und wenn die Grippewelle naht, wird auch hier zu Handdesinfektionsmitteln gegriffen. Unter normalen Umständen halten die Befragten Seifen oder Reinigungs-Gels und gründliches Händewaschen für die wirkungsvollste Methode, um Bakterien zu bekämpfen. Dies bestätigt uns auch Christian Schmidt, Magistratsdirektor bei der Stadt Frankfurt am Main: „Ich verwende u.a. das Antibacterial Gel von Durable zur Desinfektion. Die Handhabung ist einfach und wirkungsvoll.“

Der Büroarbeitsplatz selbst wird üblicherweise mit gut verträglichen Standard-Reinigern gesäubert. Desinfektion scheint hier nachrangig. Nur bei wenigen Befragten werden desinfizierende Reiniger auch direkt am Büroarbeitsplatz eingesetzt. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. So schreibt uns Stephan Häuser, Leitung Beschaffungswesen beim Hessischen Rundfunk, dass der Einsatz von speziellen desinfizierenden Reinigungsprodukten für TFT/LCD-Monitore, Tastatur, Maus, Drucker, Fax oder Telefon in seinem Hause seit längerem üblich sei.

Antibakteriell beschichtete Büroartikel stehen viele Befragte eher skeptisch gegenüber oder kennen sie gar nicht. „Nicht notwendig“, so Tenor der Antworten. Da wo Büroartikel wie Schreibgeräte oder Sichttafelsysteme nicht mit Kollegen gemeinsam genutzt werden, scheint die Anschaffung spezieller Produkte uninteressant. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, besonders, wenn mehrere Personen mit den Produkten in Kontakt kommen, wie beispielsweise an Info-Countern mit Publikumsverkehr. „Wo es möglich ist bzw. schon auf dem Markt angeboten wird, verwenden wir u.a. antibakteriell beschichtete Büroartikel wie zum Beispiel Schreibgeräte mit antibakterieller Beschichtung im Schaft“, erklärt dazu Stephan Häuser.

Wie so häufig bei unseren Lesern achten die Einkaufsverantwortlichen beim Einkauf von Reinigungsprodukten eher auf den Umweltaspekt und die Herstellung sowie klar deklarierte Inhaltstoffe und deren Verträglichkeit. So auch beim Deutschen Akademische Austauschdienst in Bonn, wo „verstärkt auf den Umweltaspekt und die Herstellung aus nachhaltigen Rohstoffen“ geachtet wird, wie Christian Hellweg, zuständig für den Einkauf und verantwortlich für den Arbeitsschutz, erklärt. Auch Angelika Snicinski-Grimm, Sachgebietsleiterin Beschaffung bei der Vergabestelle der Uni Leipzig, schreibt: „An der Universität Leipzig werden umweltfreundliche und nicht gesundheitsschädigende Büromaterialien gekauft, antibakteriell beschichtete Büroartikel stehen nicht im Fokus.“

Anja Neddermann vom Automobilzulieferer ZF Lemförder fasst die allgemeine Tendenz der Befragung in ihrer Antwort gut zusammen. Abgesehen von antibakteriellem Gel für die Hände und Seife im Waschraum seien keine zusätzlichen Desinfektionsmittel am Büroarbeitsplatz notwendig: „Ich finde, man sollte die Desinfektion nicht übertreiben.“

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