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Zukunft des Aktenordners

Wie werden wir künftig arbeiten? Wie verändern sich die Anforderungen an das Arbeits-equipment und welche Wege gehen die Hersteller klassischer Büroartikel, um ihrem Klientel auch künftig durchdachte Konzepte für einen effizienten Arbeitsablauf zu bieten? Wir sprachen mit Ard-Jen Spijkervet und Carmen Wittmer von Esselte Leitz.

Leitz hat dem „Ordner“ einen Namen gegeben. Welche Gründe sprechen auch heute noch dafür auf klassische Ablageprodukte aus dem Hause Leitz zu setzen?

Spijkervet: Leitz ist nicht nur Gattungsbegriff für Ordner, sondern steht auch für Qualität und Arbeitsorganisation. Einer von vielen Gründen auf Leitz-Produkte zu setzen. Allein auf die Ordner-Mechanik geben wir fünf Jahre Garantie. Dazu kommen die innovativen Ideen und praktische Lösungen, die in den Leitz-Produkten stecken. Wie zum Beispiel die vielen „Active“-Produkte, die speziell für das mobile Arbeiten entwickelt wurden. Leitz experimentiert mit neuen Materialien, Farben und Oberflächen – das lässt auch beim Traditionsprodukt Ordner immer wieder neue Trends entstehen.

Wird es den „Leitz-Ordner“ in 50 Jahren noch geben?

Spijkervet: Ein klares „Ja“. Es werden sicherlich weniger Ordner im Arbeitsalltag eingesetzt werden, aber alles, was in 50 Jahren abgelegt wird, wird sicherlich von höherer Bedeutung sein, wie zum Beispiel Verträge, Versicherungspolicen und Urkunden. Dass die Arbeit dann insgesamt anders aussieht, ist auch klar, aber so lange Papier ein Thema ist, solange hat auch der Ordner seine Existenzberechtigung. Papier gibt es schon länger als unsere Zeitrechnung und wir werden auch in 50 Jahren noch mit Papier arbeiten – aus Nostalgie, aus Gewohnheit oder einfach nur weil es ein angenehmes Arbeiten ist. Der Begriff des „Papierlosen Büros“ kam 1975 auf und sehen Sie selbst wo wir heute fast 40 Jahre später stehen.

Stichwort „digitaler Leitz-Ordner“, was kommt denn da auf die Kunden zu?

Spijkervet: Sie spielen auf die neue Leitz-Cloud an. Aber die Cloud ist mehr als nur ein digitaler Leitz-Ordner. Es ist eine Produktlösung, die viele flexible Arbeitsaspekte bedient. Mitarbeiter arbeiten heute und morgen viel weniger im Büro als vielmehr mobil, von zu Hause, am Flughafen oder im Hotel. Wo immer sie sind, benötigen sie Zugang auf alle Daten und möchten diese auch schnell und einfach mit allen teilen können. Das ist die Idee der Leitz-Cloud. Datensicherheit spielt dabei eine große Rolle. Die Leitz-Cloud liegt auf einem Server in Deutschland und unterliegt damit deutschem Datenschutz. Werden Daten auf einem US-Server gespeichert unterliegen sie damit auch US-Recht. Und wie die USA mit dem Thema Datenschutz umgeht, haben wir in den vergangenen Monaten ja zu Genüge erfahren. Einkäufer sollten bei ihrer Entscheidung für eine Cloud-Lösung auf dieses Argument höchsten Wert legen, denn als deutsches Unternehmen sind sie sogar rechtlich dazu verpflichtet ihre Daten innerhalb der EU zu speichern.

Die Arbeit wird zunehmend mobiler – wie reagiert Esselte Leitz auf diesen Trend?

Wittmer: Mobilgeräte ersetzen den Computer beim Zugriff aufs Internet. Ohne Smartphone und Tablet-PC wäre eine Arbeitswelt, wie wir sie heute kennen, gar nicht denkbar. Da kommen die neuen „Leitz-Complete“-Produkte ins Spiel, Zubehör für Smartphone und Tablet-PC, von der Schutzhülle bis zur Ladestation. Alle Produkte tragen eine durchgängige Design-DNA und passen so perfekt zusammen. „Complete“ überzeugt deshalb nicht nur durch technische Features, sondern auch durch Design, mit dem Business-Männer und -Frauen ihren persönlichen Stil und ihre Professionalität zum Ausdruck bringen.

Frauen kommt in der modernen Arbeitswelt immer größeres Gewicht zu, spielt das im Unternehmenseinkauf eine Rolle?

Wittmer: Frauen haben einen anderen Geschmack als Männer. Managerinnen tragen nicht zwangsläufig mehr einen schwarzen Anzug, um unter den Männern nicht aufzufallen. Frauen wollen ihre Persönlichkeit zum Ausdruck bringen. Einkäufer sollten den aufstrebenden Frauen, aber auch Männern, die Freiheit bieten, ihre Lieblingsprodukte zu finden. Studien zeigen, dass die Produktivität um bis zu 30 Prozent steigt, wenn Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz farbig ausstatten dürfen. Wenn bei Männern Markenprestige und Funktionalität eine große Rolle spielt, ist es bei Frauen eher das Thema Farbe und Design. Beim Thema Marke ist ihnen die emotionale Bindung zur Marke wichtiger als der prestigeträchtige Status.

www.leitz.com

Studie: Büro war gestern

Der Büroartikelhersteller Esselte Leitz hat zum 100-jährigen Jubiläum des schwedischen Mutterkonzerns eine Studie zur Arbeitswelt der Zukunft in Auftrag gegeben. Die Autoren Richard Watson und Andrew Crosthwaite (Future House Europe) untersuchten wesentliche Entwicklungen in der Berufswelt und deren Einflussfaktoren. Der Studie zufolge werden bis 2015 ungefähr 40 Prozent aller Erwerbstätigen mobil arbeiten. Der moderne Berufstätige will überall arbeiten können: zu Hause, im Café, im Auto, beim Kunden oder sogar im Urlaub. Zudem neigen Mitarbeiter dazu, mehrere Sachen parallel zu machen und mehr zu arbeiten, nur weil es die Technik ermöglicht.

Die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen, denn ungefähr 35 Prozent der Menschen arbeiten auch am Wochenende. Zentraler Bestandteil der Studie ist der Ausgleich der Kluft zwischen männlichen und weiblichen Angestellten. Dieser würde schon heute laut Studie das Bruttoinlandsprodukt in den USA um neun Prozent erhöhen, in der Eurozone um 13 und in Japan (Goldmann Sachs) um 16 Prozent. Nachgewiesen wurde zudem, dass gemischte Führungsgremien sowohl ökonomisch als auch von der Unternehmenskultur her signifikant erfolgreicher sind. Die Firmen mit Frauen im Vorstand erzielten eine bis zu 46 Prozent höhere Eigenkapitalrendite.

Ein weiterer Aspekt aus „The Future of Work“ ist die alternde Bevölkerung. Bis 2050 werden mehr als 50 Prozent der arbeitenden Bevölkerung in Europa über 65 Jahre alt sein. Weiterer Gegenstand der Untersuchung waren die Millenials und die Generation Y – die Generationen, die um die Jahrtausendwende Teenager waren. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie überaus technik-affin sind. In Bezug auf ihre Werte, Ziele und Herangehensweise an die Arbeit unterscheiden sie sich stark von vorherigen Generationen: Die Millenials sind optimistisch und selbstbewusst, vernetzt und offen für Veränderungen. Sie arbeiten lieber in virtuellen Teams als in tiefen Hierarchien. Bis 2020 müssen Unternehmen in der Lage sein, sich an die Veränderungen der Bedürfnisse der Arbeitnehmer anzupassen.

Eine ebenso große Herausforderung wird das Thema Datensicherheit sein, denn durch die Mobilität und den Einsatz des privaten technischen Equipments der Mitarbeiter, wird von überallher mit den verschiedensten Geräten auf Unternehmensdaten zugegriffen beziehungsweise diese gespeichert.

www.futureshouse.eu

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