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"Lohas" kaufen PEFC-zertifizierte Produkte

Das Thema Umweltschutz beeinflusst viele Kaufentscheidungen – auch oder gerade

bei Büromaterial. Zertifizierungen helfen durch den Dschungel der diversen Öko-Angebote. Der PEFC e.V. informiert über seine Arbeit auf der Paperworld in Halle 4.0.

Ökostrom aus erneuerbaren Energien, CO2-neutrale Wärme durch den Pelletofen, Lebens- und Genussmittel aus biologischer Erzeugung, Kleidung aus fair gehandelter Baumwolle oder Klima neutrales Reisen – Öko ist längst nichts mehr nur für ambitionierte Menschen mit ausgeleiertem Wollpullover und Sandalen, Öko ist en Vogue. Trend- und Gesellschaftsforscher haben hierfür sogar einen neuen Konsumententyp ausgemacht: den „Lifestyle of Health and Sustainability“ kurz „Lohas”. Zu den so genannten „Lohas” werden bis zu 20 Prozent der deutschen Bevölkerung gerechnet. „Lohas” ernähren sich bewusst und hinterfragen gängige Konsumverhalten. Sie sind gebildet und verdienen überdurchschnittlich gut. Diese Entwicklung zeigt: Attribute wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden für den Verbraucher immer wichtiger und beeinflussen die Kaufentscheidungen.

So hat die Managementberatung Accenture festgestellt, dass siebzig Prozent der von ihr befragten Verbraucher interessiert, wie viel Kohlendioxid bei der Produktion und dem Transport eines Produktes anfällt. Drei Viertel würden sogar Händler, Unternehmen und Produkte bevorzugen, die Wert auf Umweltschutz legen. Besonders die über 60-Jährigen tun sich in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit hervor: Knapp 80 Prozent würden eine Kennzeichnung begrüßen, durch die sich die CO2-Bilanz eines Produktes ablesen lässt.

Diese Zahlen ähneln den Ergebnissen einer Umfrage, die das Emnid-Institut im Auftrag von PEFC Deutschland e.V. im Jahr 2007 durchgeführt hat. 93 Prozent der damals 1000 Befragten wünschen sich, dass Handel, Handwerk und Industrie Holz- und Papierprodukte aus nachhaltiger Bewirtschaftung anbieten. Selbst höhere Preise würden noch mehr als 70 Prozent der Deutschen in Kauf nehmen, um so ihren Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. Besonders interessant ist dabei, dass diese Bereitschaft mit dem Alter wächst. Die kaufkräftigen Kunden jenseits der 30 wollen sich den Klimaschutz etwas kosten lassen.

Auch wenn unterschieden werden muss, zwischen Antworten bei einer Umfrage und dem Verhalten im Laden, einen Trend zeigen die beiden Studien ganz klar auf: Es gibt ein klares Marktpotenzial für nachhaltige und umweltverträgliche Produkte. Dies bestätigt auch eine Umfrage des Umweltbundesamtes, die herausgefunden hat, dass die Umwelt bzw. deren Schutz zu den wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben gehört.

Ein nachhaltiger Lebensstil hat heute aber nichts mehr mit Verzicht oder Moralismus zu tun. Nachhaltigkeit ist wichtig, darf aber nicht auf Kosten von Qualität oder gar Design gehen. Daher wird nicht weniger, aber bewusster konsumiert. Für bewusstes Einkaufen sind Verbraucher jedoch auf Hilfs- und Orientierungsmittel angewiesen, denn bei der Vielzahl der Produkte und vor allem deren Umweltauswirkungen durch Produktion oder Transport verliert man schnell den Überblick. Siegel und Zertifikate, die über Herkunft und Herstellung Auskunft geben, gewinnen aus diesem Grund immer mehr an Bedeutung. Auch für Papierprodukte gibt es ein etabliertes Herkunftssiegel, das für nachhaltig bewirtschaftete und damit für intakte und artenreiche Wälder steht: PEFC.

PEFC steht in der PBS-Branche mittlerweile hoch im Kurs.

Papierprodukte mit dem PEFC-Siegel begegnen einem heute vielerorts. Denn im Zuge des wachsenden Umweltbewusstseins spüren mehr und mehr Hersteller und Händler die gestiegenen Ansprüche der Kunden, die nicht für einen Raubbau an der Natur mitverantwortlich sein möchten. Die Zeichen der Zeit haben viele Unternehmen erkannt und setzen auf PEFC-zertifiziertes Papier. Mit Bayer, Volvo oder Drogeriemarkt dm sollen nur einige exemplarisch genannt werden. Darauf reagieren immer mehr Papierhersteller und –händler, indem sie verstärkt zertifizierte Papiere anbieten.

Hier ganz neu: Das Officepapier von HP, das seit kurzem mit dem PEFC-Label angeboten wird.

Auch die Bundesregierung hat bereits Anfang 2007 eine Richtlinie erlassen, die besagt, dass von der Bundesverwaltung nur solche Holzprodukte beschafft werden dürfen, die über ein Zertifikat verfügen. Dabei voll anerkannt: PEFC. Kein Wunder, denn Vieles spricht für diese anerkannte Waldzertifizierungsorganisation:

Mit rund 210 Millionen Hektar weltweit und 7,3 Millionen Hektar allein in Deutschland ist der PEFC die größte Waldzertifizierungsorganisation. Neben Deutschland verfügen auch Länder wie Australien, Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Japan und Neuseeland über eine Beschaffungsrichtlinie, die sich für PEFC ausspricht.

Umdenken lohnt sich also, resümiert Philipp Bahnmüller, PR-Referent beim PEFC-Deutschland e.V. Denn der Verbraucher werde sich seiner Macht bewusst und wisse, dass er durch sein Einkaufsverhalten über den Erfolg und Misserfolg von Produkten entscheidet. Grund genug, auf nachhaltige Produkte zu setzen und diese auch durch Dritte verifizieren zu lassen. Für Papier steht PEFC dabei für eine nachhaltige und überprüfbare Herkunft, ohne Kahlschläge oder dem Einsatz von Pestiziden.

www.pefc.de

Acht Gründe für PEFC:

· hohe Qualität durch strenge Bewirtschaftungsvorgaben und jährliche Kontrollverfahren

· unabhängige, kompetente Zertifizierer entsprechend international gültiger ISO-Vorschriften

· nationale, partizipative Standardsetzung – alle nationalen Interessengruppen müssen eingebunden werden

· PEFC wird von allen deutschen Landesforstverwaltungen unterstützt

· Label unterstreicht das Engagement eines Unternehmens für eine nachhaltige Entwicklung

· Alleinstellungsmerkmal für den Marktzugang; Kunden fragen verstärkt Holzprodukte nach, die nachweislich aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammen

· Das PEFC-Label schützt vor dem Vorwurf, Holzrohstoffe aus Raubbau oder illegalem Einschlag einzusetzen.

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