C.ebra

Arbeiten im Wohlfühlambiente

Bewegung, Kommunikation, Wohlfühlen, Technikintegration – das waren die Trendthemen der Büroeinrichtungsmesse Orgatec, zu der Ende Oktober 622 Aussteller rund 50 000 Besucher nach Köln lockten.

Ruhezone mit Symbolcharakter: Wohlfühlen im „GreenOffice“ mit den bunten „Stand-up“-Hockern, einer Design-Studie von Wilkhahn
Ruhezone mit Symbolcharakter: Wohlfühlen im „GreenOffice“ mit den bunten „Stand-up“-Hockern, einer Design-Studie von Wilkhahn

Und auch die Messegesellschaft selbst beschäftigte sich intensiv mit den Veränderungen der modernen Arbeitswelt und fungierte dabei gemeinsam mit dem bso Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel und dem Beratungsunternehmen Trendbüro als Initiator der umfangreichen Studie „New Work Order“, in der der Wandel zur „Netzwerk-Ökonomie“ – verbunden mit einer Neuordnung der Organisationsstruktur auf Unternehmensseite – aus verschiedenen Richtungen beleuchtet wird. Eine der Schlussfolgerungen: Durch den immer weiter beschleunigten Informationsaustausch, beispielsweise durch soziale Netzwerke, aber auch durch die Zunahme von Projektarbeit, werden neben den klassischen Besprechungs- und Konferenzräumen immer mehr Bereiche zur schnellen Abstimmung in kleinen Gruppen benötigt. Entsprechend zeigten auch viele Aussteller Möbelserien für solche Kommunikationszonen.

Bei deren Einrichtung ist Flexibilität ein wichtiger Gesichtspunkt: Folgerichtig bieten die Hersteller mehr und mehr Möbel mit Lounge-Charakter, die sich für unterschiedliche Einsatzzwecke eignen. Ein Beispiel dafür ist „Cocone“ der Dauphin-Tochter Züco. Die bequemen, mit dicken Polstern ausgestatteten Sitzmöbel, die als Ein, Zwei- oder Dreisitzer erhältlich sind, bieten insbesondere in der Ausführung mit hoher Lehne visuellen und akustischen Schutz – und eignen sich damit für die konzentrierte Einzelarbeit, für Teambesprechungen oder einfach nur zum Entspannen. Ganz nebenbei lassen sich mit solchen Möbeln natürlich auch offene Bürolandschaften strukturieren.

So bietet Klöber für die neuen Bürowelten ein Programm aus Sesseln, Sofas und Stühlen für vielfältige Einsatzbereiche: Die Schalensessel und -bänke basieren auf einem markanten Betonfuß. Einzeln, in Gruppen, in der Reihung mit fließenden Übergängen sowie ergänzt um den passenden Tisch formt „Concept C“ Räume im Raum.

„Docklands“ nennt sich das neue, alternative Arbeitsplatzangebot für temporäre Tätigkeiten von Bene: Ein „Me-Place“, der konzentriertes und fokussiertes Arbeiten unterstützt, raumgliedernd und akustisch wirksam. Die Integration von Strom und Netzzugang ermöglicht einfaches Plug&Play – Accessoires wie Licht und Kleiderhaken sorgen für Privatheit auf kleinstem Raum. Das „Service Dock“ für Drucker und technisches Equipment, das „Coat Rack“ und die „Phone Booth“ komplettieren die Produktfamilie. Wohnliche Geborgenheit war ein Thema auf dem Haworth-Messestand: Das Unternehmen präsentierte unter anderem Erweiterungen des Raumgliederungssystems „MeetYou“. Durch die großflächigen, stoffbezogenen Akustikpaneele, mit denen der Nutzer umgeben wird, soll „MeetYou“ ein Gefühl von Privatsphäre und informeller Vertrautheit erzeugen.

Und während die einen auf flauschige Polster und warme Farben setzen, um im Büro ein Wohlfühlambiente zu schaffen, setzen andere Hersteller auf ein klares, puristisches Design. Die Serie „crossworxs“ des Alsfelder Herstellers Ceka beispielsweise lässt sich aus einem einfachen Grundmodell flexibel an unterschiedlichste Bedürfnisse anpassen – als kompakter Meetingbereich, Service-Desk oder Coffee-Point. Auch Febrü hat sein neues Büromöbelgrogramm „Intero“ um praktische Stehtische für die schnelle Kommunikation der Mitarbeiter untereinander abgerundet.

Zone für konzentriertes Arbeiten und Privatsphäre im Open Space: „Docklands“ von Bene
Zone für konzentriertes Arbeiten und Privatsphäre im Open Space: „Docklands“ von Bene

Bei solchen kompakten Meeting-Lösungen für zwei bis vier Teilnehmer spielt auch die Technikintegration eine wichtige Rolle: Das fängt mit simplen Stromanschlüssen für den Laptop und das Handy an, die sich aus den Polstern der Loungemöbel hervorziehen lassen, und reicht über Lösungen für die Anbringung von Monitoren über die digitale Vernetzung von Nutzern durch Datenanschlüsse bis hin zu entsprechenden Bedien-elementen an den Meetingpoints. Beispiel dafür ist etwa „Place2meet“ von Kindermann. Als Mittelpunkt im Großraumbüro platziert, soll die Kommunikationsinsel die Zusammenarbeit verbessern – je nach Belieben, im Sitzen oder im Stehen. Technisches Herzstück ist „CablePort team“, die in die Arbeitsfläche integrierte Anschlussfläche zum Anstecken von Notebooks. Die Besonderheit ist die in die Kabel integrierte „Show me“-Taste mit der sich jeder Teilnehmer aktiv auf das an der Stirnseite angebrachte Display schalten kann.

In Sachen Displays war Smart Technologies auf der Orgatec kaum zu übersehen. Für Schulungen und Meetings bietet das Unternehmen Großformatdisplays mit interaktiven Funktionalitäten. Sie sind intuitiv bedienbar und auf Knopfdruck startklar, sodass auch spontane Meetings ohne Zeitverlust beginnen können. Auch Legamaster punktete mit seinen digitalen und interaktiven Präsentationslösungen: angefangen mit dem „eBeam“, einem mobilen interaktiven System, über das interaktive Whiteboard bis hin zu den interaktiven Touchdisplays.

Akustisch abgeschirmt

In Zeiten von Open-Space-Lösungen bekommt das Thema Raumakustik eine immer größere Bedeutung. Beim Coppenbrügger Hersteller Wini stand unter anderem das „Winea Sinus-Akustiksystem“ im Fokus – eine multifunktionale Systemlösung für optimalen Schallschutz im Büro. Und SMV Sitz- und Objektmöbel bietet mit der „90deegree“-Serie Loungesitzlösungen, die mit ihren Akustikeigenschaften für ein angenehmes Gesprächsklima sorgen. Mehr Gestaltungsfreiheit am Arbeitsplatz ermöglicht das Konzept „Team.Work.Space“ von König + Neurath. Es ermöglicht beispielsweise konzentriertes Arbeiten allein, zu zweit oder im Team. Ein Platz mit akustischer Abschirmung, Sichtschutz, besonderer Lichtstimmung und viel Raum für individuelle Gestaltung.

Denn auch die Beleuchtung hat Auswirkung auf den Wohlfühlfaktor eines Büroarbeitsplatzes. So stellte Glamox Luxo in Köln erstmals eine Stehleuchte vor, in der ausschließlich LEDs zum Einsatz kommen. Und auch ihren Arbeitsplatzleuchten-Klassiker, die seit 75 Jahren produzierte „L 1“, gibt es neuerdings als energiesparende LED-Version.

Überhaupt wurde dem Themenbereich Nachhaltigkeit auf der Orgatec deutlich mehr Platz eingeräumt, als das in den vergangenen Jahren der Fall war. Zu den Unternehmen, die das Thema bereits seit Jahren besetzen gehört beispielsweise Håg. Der norwegische Stuhl-Spezialist präsentierte in Köln den neuen Bürostuhl „SoFi“, der nach dem „Cradle-to-Cradle“-Prinzip produziert wird und der trotz aller Ergonomie-, Design- und Komfortfunktionen den derzeit kleinsten CO2-Fußabdruck aller vergleichbaren Bürostühle am Markt haben soll.

Komfortables Sitzen

Wilkhahn setzt weiter auf das dreidimensionale Sitzen und den „On“. Mit der Neugestaltung der Gewichtseinstellung wird der Bedienkomfort deutlich erhöht, die Feinabstimmung der Federkennlinien bietet eine besonders geschmeidige Beweglichkeit und zwei zusätzliche Mechanikvarianten erweitern das Spektrum, um auf die Komfortbedürfnisse im unteren und oberen Gewichtsbereich noch besser einzugehen.

Auf Bequemlichkeit ausgerichtet ist der „W1“ von Wagner. Er setzt auf eine kombinierte Synchronmechanik mit automatischer Gewichtserkennung. Das dreidimensional bewegliche Sitzgelenk sorgt für ein dynamisches Sitzverhalten. Dabei überzeugt der Stuhl auch durch seine Doppelmembran-Polstertechnik und das ansprechende Design. Der interstuhl-Messeauftritt stand im Zeichen der Vielfalt des Sitzens und den damit verbundenen Sitzlösungen für unterschiedliche Räume und Anwendungsbereiche. Der „MOVYis3“ ist ein „schneller“ Stuhl, der ins moderne Lifestyle von heute passt. Die Integration der Mechanik ist unauffällig. Die aufgrund der reduzierten Polster als „pur“ zu bezeichnende Gestaltung liegt im aktuellen Designtrend.

Aufmerksamkeitsstarke Präsentation: Interstuhl zeigte den „Volume 8“
Aufmerksamkeitsstarke Präsentation: Interstuhl zeigte den „Volume 8“
Mehr Bewegung im Büro

Sedus präsentiert anlässlich der Orgatec 2012 in Köln mit der Drehstuhlfamilie „swing up“ eine Neuheit, die eine Neudefinition des „Lebendigen Sitzens“ bieten soll. Der Stuhl fördere ein intuitives und natürliches Bewegungsverhalten des Nutzers. Dank der „Similar-Swing“-Mechanik erlangt die Sitzschale eine seitliche Flexibilität, sodass sich das Becken auch zur Seite neigen kann. Zugleich werde die Arbeitsleistung gesteigert, da Gelenke und Muskeln im Hüftbereich und in der Rückenpartie zur Unterstützung der Hirntätigkeit aktiviert würden.

Einen der vom Materialeinsatz her ungewöhnlichsten Drehstühle zeigte die Firma Löffler: Das Modell „Yöti“ ist eine Designvariante des „Fungo“ mit zotteliger Lammfellpolsterung in Grau oder Rot. Das thermoregulierende Material soll sich durch eine angenehme Oberfläche bei Kälte wie bei Hitze auszeichnen.

Mehr Bewegung im Büro, um die Gesundheit und damit die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter länger zu erhalten, ist einheitliches Credo der Büroeinrichtungshersteller. Steh-Sitz-Arbeitsplätze sind daher nach wie vor ein wichtiges Thema, beispielsweise bei Assmann Büromöbel, wo inzwischen jeder vierte Tisch, der das Werk verlässt, ein Steh-Sitz-Arbeitsplatz ist. Zur Orgatec wurde das „Canvaro“-Tischprogramm überarbeitet. Neben technischen Verbesserungen bei der Höhenverstellung gibt es neu eine alternative Gestellform sowie einen über eine Handkurbel verstellbaren „Sitz-Sitz“-Tisch – speziell gedacht für den Einsatz in Desk-sharing-Konzepten.

Ein Pionier der Steh-Sitz-Tische ist Reiss Büromöbel. Auf der Orgatec bekam Reiss nun das fünfzigtausendste GS-Zeichen vom TÜV Rheinland überreicht, der seit 1994 eine fortlaufende Fertigungskonktrolle bei dem Büromöbelhersteller durchführt.

Egal ob klassisches Einzel- oder Großraumbüro oder moderne Open-Space-Lösung – kein Büro kommt ohne Stauraummöglichkeiten aus. werner works präsentierte auf der Orgatec „basiccap“, ein Stauraumprogramm, das wegen seiner minimalen Fugen, grifflosen Fronten und einer klaren, kubischen Formensprache zu jeder Einrichtung passen soll. Zeitloses Design in Verbindung mit einem großen Materialspektrum heben laut Hersteller die Grenzen zwischen Wohn- und Arbeitsraum auf. Palmberg präsentierte neue Versionen seiner Stauraumkonzepte „Prisma“ und „Select“. „Prisma 2“ hat mit neuen Jalousie-Elementen und Griffen ein komplett neues Erscheinungsbild und kann frei im Raum stehend auch als raumgestaltendes Element eingesetzt werden.

Bruynzeel Storage Systems beschreitet einen anderen Weg und möchte durch die Schaffung einer Multifunktions- und Raumspareinheit eine neue Perspektive der Form und Funktion von Büros bieten. Alle Aufbewahrungsarten im Büro wie Schließfächer, Garderobe, Büroartikellager, Bibliothek und Registratur werden in eine zentrale Einheit integriert. Diese lässt sich durch eine Kaffee-Ecke oder Präsentationsbereiche ergänzen. Die nächste Orgatec – dann mit einem stärkeren Fokus auf dem Contract-Bereich sowie der Büroorganisation – findet vom 21. bis 25. Oktober 2014 statt.

www.orgatec.de

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