C.ebra

Editorial: Positionswechsel

Chefredakteurin Elke Sondermann
Chefredakteurin Elke Sondermann

Zu wenig Bewegung am Arbeitsplatz kann zu Rückenschmerzen, Konzentrationsstörungen und Verspannungen führen. Daher sollten Arbeitnehmer während eines Bürotages nur 60 Prozent der Zeit sitzen und den Rest der Zeit am besten stehend verbringen sowie sich Bewegung verschaffen. Die Beschaffung von Einrichtungslösungen, die dieses Ziel unterstützen, wird künftig eine immer größere Rolle im Unternehmen spielen. Und neben bei gilt: Öfter mal aufstehen, die Sitzposition wechseln, im Stehen telefonieren, die Kollegen persönlich aufsuchen, statt sie anzurufen, besser die Treppe als den Aufzug nehmen und ruhig den entfernteren Parkplatz auswählen oder gleich mit dem Rad fahren. Auch ein ausführlicher Spaziergang in der Mittagspause sorgt für mehr körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Diese Liste ließe sich unendlich ausweiten. Viele weitere Tipps bietet zudem das Internetportal www.deinruecken.de, das ich nur empfehlen kann. Und mich an die eigene Nase fassen: Denn kaum hatte ich angefangen, mich intensiver mit diesem Heft und dem Schwerpunktthema „Sitzen + Stehen“ zu beschäftigen (tolles Special übrigens, mit vielen Tipps für den Einkauf ergonomischer Steh- und Sitzlösungen), schon schoss mir ein stechender Schmerz durch die rechte Hüfte und ich konnte mich kaum noch bewegen. Na danke! Womit der Beweis angetreten wäre, dass ein ergonomisch ausgestatteter Arbeitsplatz alleine nicht reicht.

Weil der Bewegungsmangel bei der Büroarbeit Menschen immer häufiger krank macht, starten besorgte Arbeitgeber zunehmend mit Sportprogrammen, Rückenschulen oder Gesundheitstagen für ihre Mitarbeiter. Löblich, aber ist es nicht noch naheliegender, Bewegung erst einmal wieder dorthin zurückzubringen, wo sie systematisch reduziert wurde, also in die Gebäude selbst? Das erfordert allerdings einen Paradigmenwechsel auch bei den Planungsgrundlagen. Denn während jahrzehntelang alles möglichst bequem und verdichtet sein sollte, ist jetzt körperliche Aktivität gefragt. Unter dem Titel „Office for Motion“ hat der Büromöbelhersteller Wilkhahn dafür die wichtigsten Grundlagen aus Forschung und Entwicklung in einer Broschüre zusammengefasst.

Und gerade für ältere Arbeitnehmer wichtig zu wissen: Bewegung lohnt sich immer! Für eine Studie des „British Journal of Sports Medicine“ wurden 3500 gesunde, durchschnittlich 64 Jahre alte Briten acht Jahre lang beobachtet. Das Ergebnis: Für Menschen, die erst in ihren 60er Jahren mit regelmäßiger Bewegung anfangen, erhöht sich die Chance auf gesundes Altern um das Dreifache. Wer sein Leben lang Sport treibt, steigert diese Chance womöglich um das Siebenfache. Dabei sollen zweieinhalb Stunden in der Woche schon ausreichen.

Das schaffe ich. Und Sie?

 

Ich such dann mal die Turnschuhe raus, die müssen doch irgendwo liegen ...

Ihre Elke Sondermann

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