C.ebra
Mittlerweile ein vertrautes Bild auf der Paperworld: Der Tross aus Patentanwälten und Zollbeamten in den Messehallen.
Mittlerweile ein vertrautes Bild auf der Paperworld: Der Tross aus Patentanwälten und Zollbeamten in den Messehallen.
Einsatz auf der Paperworld in Halle 10: Auch unterwegs wird alles akribisch dokumentiert.
Einsatz auf der Paperworld in Halle 10: Auch unterwegs wird alles akribisch dokumentiert.

Zollrundgang auf der Paperword: Hunderte Fälschungen sichergestellt

Die Beamten des Hauptzollamtes Darmstadt gehören auf den großen Messen in Frankfurt zum vertrauten Bild. Auf der Paperworld und Remanexpo wurden im Beisein der Staatsanwaltschaft Hunderte Stände kontrolliert.

Der erste, der am Messe-Samstag in das Visier der Zollfahnder gerät, ist ein Schreibgeräte-Hersteller aus Sri Lanka: Mit den Worten "Customs, good morning" beginnt eine sorgfältige Kontrolle des Messestands, bei der die Beamten auch Blicke in Schränke und Schubladen werfen – und prompt auch fündig werden. Eine Serie von Filzstiften gleicht auffallend den Produkten eines deutschen Markenherstellers – der namentlich allerdings nicht genannt werden möchte.

Nachdem dessen Patentanwalt nachweisen kann, dass die Stifte durch Patente bzw. Geschmacksmuster geschützt sind, wird die Ware beschlagnahmt, die Staatsanwaltschaft legt zusätzlich eine Sicherheitsleistung in Höhe von Tausend Euro fest.

Kurze Diskussion mit der Standbesatzung – und weiter geht es zum nächsten Stand. "Wir haben in diesem Jahr rund Tausend Stände kontrolliert und wurden an 35 fündig", erklärte Udo Michael Bäumle, stellvertretender Pressesprecher des zuständigen Hauptzollamts Darmstadt. Die rund 1700 beschlagnahmten Produkte kamen aus China, Indien, Sri Lanka, Bangladesh, der Türkei und den USA. Insgesamt wurden rund 42 000 Euro eingetrieben. Diese Sicherheitsleistungen – als Ausgleich für die zu erwartenden Gerichtskosten und Strafen gedacht – lagen dabei zwischen Tausend und 10 000 Euro pro Fall. "Die Höhe hängt dabei von einer ganzen Reihe von Faktoren ab", erläuterte Udo Michael Bäumle, "beispielsweise ob die plagiierten Waren versteckt sind oder offen ausgestellt werden, und ob es sich um einen Wiederholungstäter handelt. In so einem Fall muss man ja dann von grobem Vorsatz ausgehen", so der Zollbeamte weiter.

Mitgenommen werden nicht nur die beanstandeten Produkte, auch Kataloge, Werbeflyer und CDs werden vom Stand entfernt. Bäumle: "Damit soll erreicht werden, dass zumindest auf dieser Messe niemand mehr die Möglichkeit hat, die Waren zu bestellen." Ebenso werden regelmäßig Nachkontrollen durchgeführt, für den Fall, dass einer der Hersteller auf die Idee kommen sollte, eine weitere Charge der beanstandeten Produkte etwa aus seinem Hotelzimmer mit auf die Messe zu bringen. Neben Schreibgeräten sind die Beamten auch bei Spitzern und Stempeln fündig geworden.

Einen zweiten Fahndungs-Schwerpunkt hat es im Bereich der Remanexpo gegeben, wo viele Tonerkartuschen beschlagnahmt worden sind. Die Messe Frankfurt hat längst auf das Thema reagiert: Mit der Serviceinitiative "Messe Frankfurt against Copying" und einem prominent platzierten Info-Stand boten die Ansprechpartner der Messe Frankfurt die Möglichkeit, Fragen zum Schutz vor Produkt- und Markenpiraterie im persönlichen Gespräch zu klären. Unter anderem gibt es hier auch einen rechtsanwaltlichen Notdienst.

www.zoll.de 
www.paperworld.messefrankfurt.com 

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