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Frauen in starken Positionen

Liebe C.ebra-Leser,

Andreas Soick, Beirat Office Gold Club
Andreas Soick, Beirat Office Gold Club

„Blaustrumpf“, „Emanze“ – das sind nur einige der wenig schmeichelhaften Begriffe, mit denen gebildete und berufstätige Frauen bis weit in das 20. Jahrhundert hinein tituliert wurden. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich die gesellschaftliche Wertschätzung von Frauen im Arbeitsleben stetig erhöht. Denn die Frauen haben mächtig aufgeholt: Mittlerweile gibt es sogar mehr Abiturientinnen als Abiturienten. Auch wenn die Hälfte der weiblichen Auszubildenden noch immer klassische „Frauenberufe“ wählen, schlagen doch immer mehr Schulabgängerinnen naturwissenschaftliche, technische oder wirtschaftliche Studiengänge ein. Sogar in der vermeintlichen Männerdomäne der Automobilindustrie bewegen Frauen inzwischen ein Stück der Welt. So hat eine deutsche Ingenieurin das fahrerlose Auto mitentwickelt, das wie in einem Science-Fiction-Film komplett eigenständig im normalen Verkehr fahren kann. Die Wirtschaft profitiert vom weiblichen Faktor. Zwei Beispiele: Die Anzahl der Unternehmen, die von Frauen gegründet wurden, ist in Deutschland im vergangenen Jahr um 30 Prozent gestiegen, bei den Männern ging der Anteil um 0,9 Prozent zurück. Und laut einer Studie der Vereinten Nationen, die 2008 die 500 größten US-Unternehmen unter die Lupe genommen hat, ist der Unternehmensertrag umso größer, je höher der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist. Auf unserer diesjährigen Office Gold Club Roadshow haben wir daher den Mega-Trend „Frau 2.0“ genauer vorgestellt. Einkäufer konnten dort neben harten Fakten auch Produktlösungen von Markenherstellern kennenlernen, die genau auf die Wünsche der weiblichen Mitarbeiter zugeschnitten sind. Besuchen Sie uns doch im Internet unter www.office-gold-club.de und informieren sich dort über diesen und weitere Office-Trends.

 

Ihr Andreas Soick

Frauen in starken Positionen

Über 100 Jahre Frauenbewegung in Deutschland haben unsere Gesellschaft nachhaltig verändert. Kaum ein Thema wurde seither so hitzig debattiert wie die Rolle der Frau. Was ist Mythos, was sind belegbare Fakten und welche Auswirkung hat die Gleichberechtigung auf das Wirtschaftsleben und den Arbeitsalltag in Unternehmen?

Dass Frauen wie selbstverständlich in Unternehmen vertreten sind, war nicht immer der Fall. Diese Errungenschaft verdanken wir der Frauenbewegung, die ihren Ursprung schon in der französischen Revolution hat. Olympe de Gouges kämpfte 1791 erstmals für die Rechte der Frauen. Erst 60 Jahre später fand die Frauenbewegung dann auch in weiteren Teilen Europas und Amerikas Anklang. Gekämpft wurde vor allem um das Frauenwahlrecht. Genauso wichtig waren aber auch das Recht auf Erwerbstätigkeit und freien Zugang zur Bildung. Die ersten erfolgreichen Ergebnisse erzielte Clara Zetkin, die am 19. März 1911 den Internationalen Frauentag ins Leben rief. Am 19. Januar 1919 setzte sich das Frauenwahlrecht in Deutschland durch. Ein weiteres entscheidendes Ereignis prägte die Arbeitssituation der Frauen: 1960 kam die erste, damals moralisch umstrittene Antibabypille auf den Markt. Damit hatten die Frauen die Möglichkeit, den Schwangerschaftszeitpunkt selbst zu bestimmen und sich vor dem Aufbau einer Familie der eigenen Bildung und Karriere zu widmen.

(Bildquelle: Thinkstock/iStockphoto)
(Bildquelle: Thinkstock/iStockphoto)

Doch erst ab Ende der 1970er Jahre konnten Frauen in Deutschland allein über Familie und Beruf bestimmen. Zuvor mussten sie mittels einer Einverständniserklärung ihres Mannes nachweisen, dass sie in der Lage sind, Haushalt und Beruf zu vereinen ohne eheliche Pflichten zu vernachlässigen. Erst 1977 wurde dieses Gesetz aufgehoben. Damit war der Weg zur freien Selbstbestimmung der Frau in allen Bereichen geebnet, was nicht zuletzt dazu führte, dass der Anteil berufstätiger Frauen von 46 Prozent im Jahr 1970 auf heute 70 Prozent anstieg. Trotz dieser Entwicklung haften den weiblichen Beschäftigen nach wie vor altbekannte Klischees im Arbeitsalltag an. Basieren diese tatsächlich auf Fakten oder sind sie nur mythische Schranken, die den Geschlechtern das Leben schwer machen?

Klischee 1: Alles genetisch oder Prägung?

Männer und Frauen unterscheiden sich in den Genen schon im Mutterleib. Frauen sind mit zwei X- Chromosomen ausgestattet, Männer mit einem X- und einem Y- Chromosom, was für die unterschiedliche Geschlechtsausprägung verantwortlich ist. Durch die verschiedenen Chromosomensätze ist auch das Gehirn von Mann und Frau nicht identisch. Der Mann hat ein etwa elf Prozent größeres Gehirn als die Frau. Klüger ist er deswegen aber nicht, denn es kommt auf die Nutzung und Ausprägung des Gehirns an.

Für das unterschiedliche Verhalten spielen zunächst die Hormone, und das nicht erst in der Pubertät, sondern bereits in der pränatalen und frühkindlichen Phase eine wichtige Rolle. Ein hoher Testosterongehalt im Fruchtwasser verstärkt bei Mädchen die Entwicklung typisch männlicher Verhaltensmuster und bei Jungen sorgt ein erhöhter Östrogengehalt im Fruchtwasser für mehr weibliche Eigenschaften. Den Rest übernimmt die gesellschaftliche und erzieherische Prägung: Beiden Geschlechtern wird durch die Gesellschaft ein bestimmtes Verhalten und Geschlechtsverständnis anerzogen und als richtig suggeriert, daher spielen die meisten Mädchen gern mit Puppen, die Jungs mit Autos.

Klischee 2: Multitasking

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung schon 2010 berichtete, ist mit dem Klischee „nur Frauen seien multitaskingfähig“ Schluss. Tatsächlich können sich Männer und Frauen nur auf zwei Dinge parallel konzentrieren, was an der Funktion des Gehirns liegt. Der Stirnlappen kann sich nur in zwei Bereiche teilen und daher nicht mehr als zwei Aufgaben bewältigen. Diese Funktion haben aber Mann und Frau gleichermaßen. Vorteile hat nur, wer sein Gehirn auf eine schnelle Signalübertragung trainiert, unabhängig vom Geschlecht.

(Bildquelle: © Konstantin Gastmann, pixelio.de)
(Bildquelle: © Konstantin Gastmann, pixelio.de)
Klischee 3: Kommunikation ist Frauensache?

Im Arbeitsalltag ist nichts wichtiger, als mit Kunden und Mitarbeitern zu kommunizieren. Das alte Klischee „Frauen reden mehr als Männer“ ist längst überholt. Frauen tilgen ihren Gesprächsbedarf im Schnitt mit 16 215 Wörtern, Männer mit 15 669, so eine Studie des Psychologen Matthias Mehl. Der Unterschied ist verschwindend gering. Dennoch sind Frauen in der Regel kommunikativer. Während die meisten Männer Themen gerne punktiert besprechen, führen Frauen lieber ausführliche Gespräche und scheuen die Meldung über weiteren Gesprächsbedarf nicht. Gerade in großen Unternehmen ist das von Bedeutung, denn nichts kann belastender sein, als unausgesprochene Probleme oder Kritik. Männer selbst stufen sich als eher unkommunikativ ein, erläutert beispielsweise die Studie „Gesprächskultur in Deutschland“.

Darüberhinaus können Frauen besser zuhören, was sie einfühlsamer macht. Gerade im Management und in der Personalführung ist dies wichtig, denn nur Mitarbeiter, die sich verstanden fühlen, sind auch zufriedene Mitarbeiter. Dahingehend gestehen 56 Prozent der Männer ein, dass sie Probleme eher nüchtern sehen und schneller auf den Punkt kommen wollen.

Klischee 4: Wirtschaft ist nur was für Männer

Auch das ist eine Theorie, die längst nicht mehr gilt. Bewiesen ist, dass immer mehr Mädchen als Jungen ein gutes Abitur machen. Laut dem Statistischen Bundesamt sind es 47 Prozent Abiturientinnen und nur 40 Prozent Abiturienten. Berufe in der Wirtschaft werden gerade deswegen immer interessanter für die jungen Absolventinnen. Sie sind ehrgeiziger, bemüht, Misserfolge zu vermeiden, zuverlässiger und können sich und andere besser managen als die männliche Konkurrenz, das ergab die Studie zu „Frauen in Führungspositionen“ von der eligo GmbH und dem Unicum-Verlag 2011.

Für ein Unternehmen sind dies wichtige Eigenschaften. Werden diese Fähigkeiten von einer weiblichen Führung auch umgesetzt, so kommt es nicht selten dazu, dass Unternehmen mit einer höheren Frauenquote im Management bessere Gewinne und Umsätze erzielen als männerdominierte Unternehmen. Auch die Unternehmensberatung Ernst & Young zeigt in einer Studie, dass der Unternehmensumsatz mit einem steigenden Frauenanteil von 44 Prozent auf durchschnittlich 64 Prozent steigt. Der Gewinn erhöht sich von 67 Prozent auf beachtliche 89 Prozent.

Damit eine solche Leistung von Frauen mit Kindern allerdings möglich ist, muss die Akzeptanz und Rücksichtnahme auf Mütter (und Väter) wachsen, etwa durch flexiblere Arbeitszeiten. So wünschen sich 59 Prozent der berufstätigen Frauen eine Teilzeitbeschäftigung, damit sie Kinder und Beruf vereinbaren können. Dass das Modell der flexiblen Arbeitszeiten durchaus funktioniert, beweisen Unternehmen wie zum Beispiel Microsoft. Die Mitarbeiter des Softwareriesen können an jedem Ort der Welt und zu jeder beliebigen Zeit arbeiten.

Die im Office Gold Club zusammengeschlossenen Markenhersteller haben die Bedeutung von Frauen im Arbeitsleben schon früh erkannt und bieten speziell für Frauen konzipierte Büroprodukte. Denn Frauen schätzen eine Wohlfühlatmosphäre am Arbeitsplatz. Im Vordergrund stehen besonders nutzerfreundliche Office-Produkte, die auch ohne großen Kraftaufwand bedient werden können. Für die Ästhetik sorgen ansprechende Designs sowie Produkte, die Freiraum für eigene Gestaltung lassen. Mehr Informationen zu diesem Thema und den Markenherstellern erfahren Sie auf der Website des Office Gold Club.

www.office-gold-club.de

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