C.ebra
Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Produktionshalle
Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Produktionshalle
Dirk Aßmann (rechts), geschäftsführender Gesellschafter,  im Kaizen-Workshop
Dirk Aßmann (rechts), geschäftsführender Gesellschafter, im Kaizen-Workshop
Die Werksführungen sind nicht nur interessant für Kunden und Lieferanten, sondern auch beliebt bei den Mitarbeiterfamilien.
Die Werksführungen sind nicht nur interessant für Kunden und Lieferanten, sondern auch beliebt bei den Mitarbeiterfamilien.

Nachhaltigkeit fest verankert: Andreas Fipp von Assmann über die Unternehmenskultur

Nur erfolgreiche Unternehmen könnten nachhaltig und damit langfristig agieren, meint Andreas Fipp, Leiter Industrial Engineering und Nachhaltigkeitsbeauftragter beim Büromöbelhersteller Assmann.

Andreas Fipp, Leiter Industrial Engineering bei Assmann
Andreas Fipp, Leiter Industrial Engineering bei Assmann
Herr Fipp – welche Aufgabe haben Sie genau bei Assmann? Seit wann sind Sie an Bord?

Seit 1994 bin ich bei Assmann im Bereich der Betriebsplanung tätig. Dazu kamen dann später die Funktionen als Umweltmanagementbeauftragter, Abfallbeauftragter, Sicherheitsfachkraft, Immissionsschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter und Nachhaltigkeitsbeauftragter. Die genaue Positionsbezeichnung lautet "Leiter der Abteilung Industrial Engineering" (ehemals Betriebsplanung). Unser Aufgabenbereich umfasst die gesamte Infrastruktur der Gebäude- und der Produktionstechnik. Wir untersuchen die Kern- und Unterstützungsprozesse und entwickeln bzw. implementieren mit den Fachbereichen Lösungen zur Steigerung der Produktivität auf allen Ebenen.

Was begeistert Sie an diesem Unternehmen am meisten?

Bei Assmann spürt man als Mitarbeiter, dass es sich um ein Familienunternehmen im besten Sinne handelt. Die Geschäftsleitung ist sehr offen für neue Ideen, die nach eingehender Prüfung auch schnell umgesetzt werden. Eine klare Strategie und das vorausschauende Denken in langfristigen Zeiträumen sind nach meiner Meinung die Grundbausteine für den Unternehmenserfolg.

Welches sind die fünf Meilensteine von Assmann in puncto Nachhaltigkeit?

In Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit ist bei Assmann die Einhaltung aller relevanten Gesetze sowie die Beachtung ethischer Grundsätze die unumstößliche Basis bei allen Unternehmensentscheidungen. Darüber hinaus ist der partnerschaftliche Umgang mit Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden ein wesentlicher Faktor unserer nachhaltigen Unternehmenskultur. Weitere Unternehmensmaximen sind der schonende Umgang mit Ressourcen und die Zielsetzung, alle Prozesse wirtschaftlich und langfristig effizient zu gestalten.

2015 haben Sie den zweiten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht – auf welches Interesse stößt das Thema bei Ihren Handels- und Endkunden?

Bei unseren häufigen Betriebsführungen – im Durchschnitt zwei pro Tag – sprechen wir auch das Thema Nachhaltigkeit an und erhalten dazu interessierte Rückfragen und positives Feedback. Viele loben uns für unsere Offenheit. Der Fachhandel nutzt die Informationen unseres Nachhaltigkeits-berichts bei Fragen von Kunden zu Themen wie Umwelt, Soziales und wirtschaftliche Aspekte.

Kaizen-Prinzip für gute Büroarbeit – erklären Sie uns das? Und was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun?

In unseren Kaizen-Terminen stimmen wir gemeinsam mit den Kollegen Arbeitsabläufe in der Verwaltung ab. Das Thema erstreckt sich von der Ordnung am Arbeitsplatz und beispielsweise der Vereinbarung von Regeln für Besprechungen und Meetings bis hin zu abteilungsübergreifenden Prozessoptimierungen im Büro. Gute Geschäftsprozesse gehören zu den Schlüsselfaktoren des Unternehmenserfolgs. In der Regel ist es auch so, dass nur erfolgreiche Unternehmen nachhaltig und damit langfristig agieren können. Umso wichtiger ist, dass in den heutigen, sich schnell verändernden Welten auch die internen Prozesse immer wieder angepasst werden müssen, um die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen.

Was ist der Status Quo für einen Büromöbelhersteller heute in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit?

Innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette sind die Grundprinzipien eines nachhaltigen Wirtschaftens zu gewährleisten. Gerade für uns als Hersteller mit einer sehr flachen Fertigungsstruktur ist es wichtig auf Partner zu setzen, die unsere Philosophien mittragen. Das bezieht sich auf die Einhaltung von Umweltstandards in der Fertigung von Produkten genauso wie auf die Einhaltung von Sozialstandards für die Mitarbeiter. Neben den heute üblichen Managementsystemen wie ISO 9001, 14001, EMAS usw. setzt Assmann dabei auch auf die Einführung des neuen Zertifikats "level", das derzeit von der Dachorganisation der europäischen Büroeinrichtungsindustrie (FEMB) erarbeitet wird. Der Anforderungskatalog umfasst die vier Kapitel "Materialien", "Energie und Atmosphäre", "Gesundheit von Mensch und Ökosystem" sowie "Soziale Verantwortung". Neben den Produkten spielt auch deren Produktion eine entscheidende Rolle. Mit diesem Zertifikat würden dann von unternehmensfremden, unabhängigen Experten die schon seit Jahren bei Assmann vollzogenen Bemühungen im Bereich Nachhaltigkeit entsprechend kontrolliert und bestätigt.

Welche Ziele und Ideen im Bereich Nachhaltigkeit würden Sie gerne noch umsetzen (auch wenn langfristig oder fast unerreichbar)?

Um das Thema der Ressourcenverantwortung in allen Unternehmensprozessen zu verankern, stelle ich mir ein Projekt zu Effizienzsteigerungen in allen Teilen unserer Wertschöpfungskette vor. Eines meiner Wunschprojekte wäre auch die weitere Verbesserung des Kreislaufprozesses von Abfallströmen. Es wird immer noch zu viel entsorgt, ohne die darin befindlichen Rohstoffe auszusortieren und wiederzuverwenden. Vorgabe ist natürlich auch hier, dass die Wirtschaftlichkeit nicht negativ beeinflusst wird.

www.assmann.de 

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