C.ebra

Trendstudie BGM

Die Ergebnisse von Umfrage und Experteninterviews der „Trendstudie Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)“ zeigen, dass die Bedeutung des BGM zukünftig signifikant steigen wird. Themen wie psychische Erkrankungen und Zielgruppen wie ältere Beschäftigte werden einen noch höheren Stellenwert einnehmen.

Dass Unternehmensvertreter dem Thema aktuell dennoch nur einen geringen Stellenwert zuschreiben, zeigt die Studie, die auf Initiative des Messeveranstalters spring Messe Management zusammen mit Professoren der TU Berlin und der Humboldt-Universität Berlin realisiert wurde. In weniger als der Hälfte der 556 befragten Unternehmen (43,5 Prozent) wurden zum Zeitpunkt der Befragung Maßnahmen eines BGM durchgeführt.

Allerdings ist die Steigerung des Wohlbefindens und der Gesundheit der Beschäftigten nur für wenige Befragte der primäre Beweggrund für ein BGM. Viele Arbeitgeber motiviert der Wunsch, dadurch die interne und externe Reputation des Unternehmens zu verbessern. Die krankheitsbedingten Fehlzeiten und die Anzahl der Langzeiterkrankungen sind in Deutschland in den vergangenen Jahren angestiegen. Die Beschäftigten stehen unter einem starken Termin- und Leistungsdruck, was sie zunehmend psychisch belastet. Vor diesem Hintergrund fällt dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) eine wichtige Rolle zu.

Das Bewusstsein für die Relevanz eines BGM ist in den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) geringer als in großen Unternehmen. Während ein Beitrag zur Zufriedenheit der Mitarbeiter bei der Einführung des BGM für die Befragten der KMU (65,3 Prozent) vorrangiger ist als für die Befragten großer Unternehmen (49,1 Prozent), ist für diese (40,9 Prozent) wiederum der demografische Wandel relevanter als für Befragte der KMU (20,4 Prozent).

Gleichzeitig legt die Studie eine Intensivierung der Gesundheitspolitik in der Zukunft nahe. Auf einer Skala von 1 (kein Stellenwert) bis 7 (sehr hoher Stellenwert) erreicht das Thema BGM laut Befragung derzeit den Wert 3,8. In den nächsten fünf Jahren steigt er nach Einschätzung der Befragten auf 5,2, in zehn Jahren auf 5,7. Auch Zielgruppen und Themen innerhalb des BGM werden stärker fokussiert. Das Thema „alternsgerechte Arbeitsplatzgestaltung“ weist die größte Zuwachsrate auf. Aktuell führen jedoch nur ein Sechstel der Unternehmen (16,5 Prozent) entsprechende Maßnahmen durch. Auch psychische Erkrankungen, insbesondere die Thematisierung von Burnout, rücken in der Zukunft in den Fokus.

Ein wenig überraschend mag sein, dass Beschäftigte dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement nicht selten skeptisch gegenüberstehen. Fragen wie „Warum kümmert man sich auf einmal um mich?“ und „Warum soll ich mit meinem Chef Sport treiben?“ begegnen einigen Interviewten in ihrer täglichen Arbeit. Um Beschäftigte zur Teilnahme am BGM zu motivieren, sei eine regelmäßige, transparente Information über mehrere Kanäle notwendig. Neben der Budgetplanung sowie Maßnahmenkonzeption und -durchführung gilt die interne Kommunikation insofern als größte Herausforderung, mit der sich BGM-Beauftragte in der betrieblichen Praxis konfrontiert sehen.

www.messe.org

Verwandte Themen
Der überwiegende Teil der Befragten ist mit der Ausstattung des Arbeitsplatzes zufrieden, so das Ergebnis der aktuellen IBA-Studie.
Die Deutschen auf dem Weg zum Wohlfühlbüro weiter
Laut des ITK-Benchmarks von techconsult und Cancom Pironet werden die Ausgaben für Security as a Service (SecaaS) innerhalb von vier Jahren (2016 bis 2918) um 60 Prozent steigen.
Unternehmen investieren verstärkt in IT-Security weiter
Die höchste Relevanz für den Einsatz von ECM-Lösungen haben für den Mittelstand die Themen IT- und Datensicherheit, Connectivity und Usability. Quelle: Bitkom Research
Mittelstand will Papier aus seinen Büros verbannen weiter
Stefan Kokkes hat die neu geschaffene Position des Head of International Marketing beim Industrieverband Büro und Arbeitswelt (IBA) übernommen.
Stefan Kokkes soll IBA auf internationalen Kurs bringen weiter
Nur 43 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über Notfallmanagement das festlegt, was bei einem Cyberangriff zu tun ist. Foto: Thinkstock/iStock/scyther5
Unternehmen sind nicht ausreichend auf Cyberangiffe vorbereitet weiter
Die Ablösung des Standards BS OHSAS 18001 durch die internationale Norm ISO 45001 für Arbeitsschutz wird laut TÜV Rheinland voraussichtlich erst im März 2018 erfolgen. Bild: TÜV Rheinland
Neue internationale Norm für Arbeitsschutz ISO 45001 kommt weiter