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In diesem Jahr hat sich die „Smart Worker Umfrage“ (ehemals Printerumfrage) des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens mit den Veränderungen durch die digitale Arbeitswelt befasst. Quelle: Dokulife
In diesem Jahr hat sich die „Smart Worker Umfrage“ (ehemals Printerumfrage) des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens mit den Veränderungen durch die digitale Arbeitswelt befasst. Quelle: Dokulife

Smart Worker Umfrage 16: Steigende Arbeitsbelastung trotz besserer IT

  • 15.03.2016
  • Markt
  • C.ebra Redaktion

Jedes Jahr wird die IT besser, schneller und smarter – doch wie wirkt sich der Fortschritt auf die Arbeitswelt aus? Mit dieser Frage hat sich die „Smart Worker Umfrage 16“ befasst.

Bei der online-gestützten Studie, die vom Marktforschungs und Beratungsunternehmen Dokulife mit Unterstützung des Druckerherstellers Brother durchgeführt wurde, wurden rund 5000 Berufstätige aus Deutschland, Österreich und der Schweiz rund um das Thema „smarte Arbeit“ befragt. Untersucht wurden dieses Jahr besonders die Zusammenhänge zwischen dem Einsatz von IT, Arbeitsbelastung und Arbeitszufriedenheit.

Erfreulich: Die Mehrheit der Befragten fühlt sich derzeit an ihrem Arbeitsplatz wohl. 60 Prozent bestätigen, dass sie mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden sind, 22 Prozent sogar sehr. Ausschlaggebend für die Arbeitszufriedenheit sind laut Studie vor allem die „weichen“ Faktoren.

Den größten Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit haben die Arbeitskollegen: 56 Prozent der Befragten sagen, dass diese sehr wichtig sind. An zweiter Stelle steht der sichere Arbeitsplatz (44 Prozent) und an dritter Stelle rangieren sinnvolle Arbeitsaufgaben (37 Prozent). Gehalt ist demnach bei weitem nicht so wichtig wie vielleicht vermutet, die Entlohnung liegt sogar auf dem fünften Platz (28 Prozent) noch knapp hinter der Arbeitsplatzausstattung (29 Prozent). Fragt man nach der IT-Ausstattung (Computer), scheint es in den Büros Modernisierungsbedarf zu geben: 40 Prozent der Befragten bestätigen, dass ihre IT-Arbeitsplatzausstattung veraltet ist – zumindest in Teilen.

Kollegen und die Arbeitsplatzsicherheit sind die wichtigsten Faktoren für die Arbeitsplatzzufriedenheit. Arbeitsplatzausstattung wird ähnlich gewichtet wie die Gehaltshöhe. Quelle: Dokulife
Kollegen und die Arbeitsplatzsicherheit sind die wichtigsten Faktoren für die Arbeitsplatzzufriedenheit. Arbeitsplatzausstattung wird ähnlich gewichtet wie die Gehaltshöhe. Quelle: Dokulife
Kundenkommunikation ist erstaunlich altmodisch

Die erfreulich hohe Arbeitszufriedenheit steht allerdings im deutlichen Widerspruch zu einem anderen Studienergebnis: den Umfragewerten zur Arbeitsbelastung. Mehrere Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass trotz fortschrittlicher IT die Arbeit auch gleichzeitig immer komplexer wird. 57 Prozent bestätigen eine gesteigerte Vielschichtigkeit der Arbeit.

Die Studie legt auch offen, woher zumindest ein Teil der Komplexität in der smarten Arbeitswelt stammt. So verwenden moderne Arbeitnehmer inzwischen eine Unmenge an Kommunikationsmitteln: Unter den Kollegen wird, neben dem Gespräch, das Telefon (90 Prozent) am meisten genutzt, dicht gefolgt von der E-Mail (89 Prozent). Auf dem dritten Platz landen bereits Text-Chats mit 86 Prozent. Auch mit Videoübertragung wird kommuniziert: 71 Prozent nutzen Video-Konferenz-Systeme und 70 Prozent Bildtelefonie, wie Facetime oder Skype. Selbst soziale Netzwerke (68 Prozent) dienen als Kommunikationskanal unter Arbeitskollegen.

Die Kundenkommunikation ist hingegen erstaunlich altmodisch – und einfacher: Briefpost hat mit 85 Prozent immer noch eine immense Bedeutung, gefolgt vom Fax, das mit 83 Prozent noch vor E-Mail und Telefon mit jeweils 80 Prozent liegt.

Das Uralt-Format „Fax“ ist auch 2016 ein beliebtes Mittel, Informationen an Kunden zu übermitteln. Quelle: Dokulife
Das Uralt-Format „Fax“ ist auch 2016 ein beliebtes Mittel, Informationen an Kunden zu übermitteln. Quelle: Dokulife
Arbeitsmittel: Steigende Komplexität

Doch nicht nur die Anzahl der Kommunikationskanäle ist gestiegen, sondern auch die Menge der verwendeten IT-Hardware. Das Smartphone (63 Prozent) wird heutzutage für den beruflichen Gebrauch fast so häufig als Arbeitsmittel genannt wie der Desktop-Computer (70 Prozent). Hinzu kommen Notebooks (60 Prozent) und selbst Tablets werden von rund 30 Prozent der Befragten als beruflich genutztes Gerät angegeben.

Dabei weicht die Trennung zwischen privat und beruflich immer häufiger auf: Die „Smart Worker Umfrage 16“ belegt, dass die Mehrheit der Befragten kaum zwischen privater und beruflicher Nutzung des Smartphones trennt – 90 Prozent der Befragten nutzen das gleiche Smartphone sowohl privat als auch beruflich.

Die steigende Komplexität an Arbeitsmitteln ist laut der Studie also teilweise auch auf die moderne IT zurückzuführen, die die tägliche Arbeit eigentlich vereinfachen soll. Zwar erleichtere Informationstechnologie den Workflow, der Mensch aber arbeite am Ende immer noch analog, schlussfolgern die Studieninitiatoren. Und im Gegensatz zur IT könne der Anwender beispielsweise weder beliebig skalieren, noch echtes Multi-Tasking durchführen.

Je mehr Informationen bearbeitet werden, umso höher ist auch das Druckvolumen. Quelle: Dokulife
Je mehr Informationen bearbeitet werden, umso höher ist auch das Druckvolumen. Quelle: Dokulife
Informationstechnologie ist nur ein Werkzeug

Anhand der gesammelten Daten der Umfrage ließen sich aber auch Lösungsansätze ableiten. Beispiel Kommunikation: Laut der Initiatoren müssen sich Unternehmen aktiv damit befassen, wann, wie und welche Kommunikationskanäle zur Arbeit genutzt werden sollen. Es sei „smarter“ wenige Kommunikationsmittel einzusetzen, da dadurch der Arbeitsaufwand und die Komplexität für die Kommunikation sinkt. Auch müsse es klare Regeln geben, wann welche IT für die Arbeit genutzt werden sollte. Das Verschwimmen der Grenze zwischen privater und beruflicher Hardware durch Trends wie „bring your own device“ sorge in der Praxis gleichzeitig für die Aufweichung von Arbeitszeiten – mit entsprechenden Konsequenzen für die Arbeitsbelastung.

Die „smarte“ Arbeitswelt entstehe nicht automatisch durch technologischen Fortschritt, sondern im Zusammenspiel mit Regeln und veränderten Arbeitsweisen, so das Fazit. Informationstechnologie sei am Ende schließlich nur ein Werkzeug, das richtig genutzt werden muss, um die Arbeit tatsächlich effizienter zu gestalten.

Kontakt: www.smartworker.club, www.brother.de 

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