C.ebra

Ricoh-Studie: Technologischer Wandel

Zwei Drittel der befragten leitenden Angestellten in der öffentlichen Verwaltung sehen ein, dass sich ihre Behörden und Ämter in den kommenden drei Jahren schneller wandeln müssen, um mit den sich verändernden technologischen Rahmenbedingungen Schritt zu halten, dies zeigt sich in einer von der Economist Intelligence Unit durchgeführten und von Ricoh in Auftrag gegebenen Studie mit dem Titel „The Challenge of Speed“ (Die Herausforderung der Geschwindigkeit).

Jedoch verspüren nur 27 Prozent einen signifikanten Druck, sich an den erforderlichen schnellen Wandel anzupassen. Zudem erwarten 55 Prozent der Befragten in den nächsten drei Jahren nur geringe oder keine technologische Disruption, während der Wert bei Führungskräften aus der Wirtschaft branchenweit im Vergleich lediglich bei 29 Prozent liegt. Die Studie zeigt jedoch auch, dass eine klare Mehrheit der Befragten (71 Prozent) in den vergangenen drei Jahren bereits eine Veränderung ihrer Tätigkeit durch den technologischen Wandel erfahren hat. Ferner haben sie durchaus Pläne zur weiteren Optimierung ihrer organisatorischen Agilität und erwarten speziell in den Bereichen der Personalrekrutierung (45 Prozent) und der Prozessoptimierung (44 Prozent) die größten Veränderungen in den nächsten drei Jahren.

Carsten Bruhn, Executive Vice President, Ricoh Europe, meint hierzu: „Die E-Government-Ziele in der Europäischen Union sind festgelegt: Bis 2015 sollen 50 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sowie 80 Prozent der Unternehmen auf digitalem Weg mit der öffentlichen Verwaltung interagieren. Die 2012 zuletzt gemessene Akzeptanzrate digitaler Technologie in der Bevölkerung betrug 44 Prozent – positive Fortschritte also, die helfen zu verstehen, warum Entscheider der öffentlichen Verwaltung weder einen extremen Druck verspüren noch in nächster Zeit mit signifikanter Disruption rechnen. Weitere Anpassungen an den Wandel sind allerdings unvermeidlich und müssen schnell erfolgen. Mit den anhaltenden Erwartungen der Menschen im Hinblick auf eine vereinfachte Kommunikation mit der öffentlichen Verwaltung wird sich letztere einem verstärkten Anpassungsdruck gegenübersehen. Bürgerinnen und Bürger wollen nicht länger mit komplexen und dokumentenintensiven Prozessen arbeiten, zumal sie es aus anderen Bereichen ihres Lebens gewohnt sind, dass alles schnell und digital geht.“

Die befragten Führungskräfte erkennen, dass es verschiedene kritische Schwerpunktbereiche zu verbessern gilt: Als besonders wichtige organisatorische Bereiche für die Zukunft werden Personalrekrutierung, Gewinnung und Bindung von Kunden, Optimierung zentraler Geschäftsprozesse und Zugriff auf geschäftskritische Informationen genannt. Positive europäische Beispiele gibt es schon: In Spanien werden bereits drei von vier administrativen Vorgängen online eingeleitet. Dies reduziert den bürokratischen Aufwand und hat Unternehmen in den letzten fünf Jahren 19 Milliarden Euro eingespart. In Estland sind hundert Informationssysteme über einen gesetzlich vorgeschriebenen Datenaustausch-Layer verbunden. Dank dieser Interoperabilität ist es möglich, den Bürgern 2500 E-Services anzubieten. Des Weiteren wird in Dänemark an einem Gesetz gearbeitet, das die Verwendung digitaler Kanäle zwingend vorschreibt. Damit will man bis 2015 mindestens 80 Prozent der schriftlichen Kommunikation zwischen Bürgern oder Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung über einen digitalen Kanal laufen lassen.

Allerdings befürchten viele der in Europa befragten Führungskräfte der öffentlichen Verwaltung, dass der schnelle Wandel ein stärkeres Risiko für die Kommunikation mit den Bürgern nach sich ziehen wird. Dementsprechend sind IT (45 Prozent) und Marketing (45 Prozent) für sie im Hinblick auf eine schnelle Umstellung von Geschäftsfunktionen gleichermaßen von Bedeutung. Wenn E-Government zur Norm wird, ist es jedoch wichtiger denn je, parallel zu den herkömmlichen nicht digitalen Kommunikationswegen Online-Kommunikationskanäle zu schaffen.

Yih-Jeou Wang, Leiter für internationale Kooperation in Dänemarks Amt für Digitalisierung, fasst in der von der Economist Intelligence Unit durchgeführten Befragung die Herausforderung des schnellen Wandels für die öffentliche Verwaltung wie folgt zusammen: „Wir suchen nach Möglichkeiten Kosten zu senken, aber nicht, indem wir die Qualität der Dienstleistungen der öffentlichen Hand reduzieren. So betrachten wir den intelligenten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie als Weg, unseren Bürgerinnen und Bürgern mehr Möglichkeiten zu geben, in ihrem Alltag mehr Freiheit zu genießen.“

Der Bericht basiert auf einer Befragung von 461 europäischen Führungskräften aus einer Vielzahl von Branchen. Die Befragten kommen aus Unternehmen aller Größenordnungen. Die Befragungsgruppe besteht aus Führungskräften, 49 Prozent davon C-Level oder höher und weitere 23 Prozent davon Senior Vice Presidents, Vice Presidents oder Direktoren. Zusätzlich hat die EIU eingehende Interviews mit Unternehmensleitern und renommierten Experten sowie eine umfangreiche sekundärstatistische Auswertung durchgeführt.

thoughtleadership.ricoh-europe.com/de

Verwandte Themen
Arbeit alternsgerecht gestalten weiter
Abbildung: Häufig sind anspruchsvolle IT-Security-Lösungen bei Mittelstand und öffentlichen Verwaltungen nicht gut umgesetzt. Dadurch fehlen Möglichkeiten, Angriffe zu erkennen und zu untersuchen.
Die 5 größten IT-Security-Schwachstellen im Mittelstand weiter
Was die Modernisierung der Arbeitsplätze angeht, sind die Vorreiter Frankreich und Belgien. Die deutschen Unternehmen hinken bei der Arbeitsplatztransformation deutlich hinterher. Bild: PAC – a CXP Group Company, 2017
Digitale Workplaces in Deutschland sind selten weiter
Soldan-Geschäftsführer René Dreske
Soldan strafft die Organisation weiter
Der neue COO Philipp Andernach sieht die Plattform Service Partner ONE auf dem Weg zum digitalen Hub fürs Büro.
Service Partner ONE verstärkt Führungsteam weiter
Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie soll Planeten schützen weiter