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EMI: Industrie scheint Tritt zu fassen

Die deutsche Industrie hat im November ihre Talfahrt verlangsamt. Das zeigt der saisonbereinigte Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der sich gegenüber Oktober um 0,8 Punkte auf 46,8 verbesserte.

Dennoch liegt der wichtige Konjunktur-Frühindikator nun schon den neunten Monat in Folge unter der magischen Grenze von 50, ab der Wachstum signalisiert wird. „Der aktuelle EMI weckt Hoffnungen, dass die deutsche Wirtschaft zum Jahresende wieder Tritt fasst. Dann könnte sich auch das Geschäftsklima in wichtigen Schlüsselmärkten weiter aufhellen“, betonte Dr. Holger Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), in Frankfurt.

Laut Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), müsse zunächst der Markit/BME-Einkaufsmanager-Index steigen, damit es zu einer konjunkturellen Erholung kommen könne, dies sei jetzt geschehen. Entscheidend für die sich abzeichnende konjunkturelle Erholung sei aber nicht die weitere Entwicklung in der europäischen Staatsschuldenkrise, sondern der weltweite Aufschwung. Und genau dieser werde vom EMI reflektiert. Zwar seien die aktuellen Produktions- und Kapazitätsdaten noch schwach. Dies bestätige jedoch nur, dass das aktuelle Quartal wahrscheinlich den Tiefpunkt in diesem Zyklus markieren werde. Traud: „Im Laufe des nächsten Jahres wird es wieder zu einer deutlichen Erholung kommen. Wir erwarten, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 1,2 Prozent zulegen wird.“

Die Auftragsverluste der Global Player und KMU schwächten sich abermals ab. Der Teilindex kletterte auf den höchsten Wert seit März dieses Jahres. Die Einbußen im Exportneugeschäft blieben zwar gravierend, fielen jedoch schwächer aus als in den zurückliegenden sieben Monaten. So glich die wieder anziehende Nachfrage Chinas nach Industrieerzeugnissen Made in Germany die nach wie vor rückläufigen Bestellungen aus der Eurozone zumindest teilweise aus.

Die Auftragsbestände nahmen zwar den 15. Monat in Folge ab, doch auch hier verlangsamte sich der Rückgang und erreichte wieder das Mai-Niveau. Firmen mit rückläufigen Auftragspolstern führten dies auf die nach wie vor nicht ausgelasteten Kapazitäten zurück.

Der dritte Anstieg der durchschnittlichen Einkaufspreise in Folge fiel deutlich schwächer aus als in den beiden Vormonaten. Der Teilindex unterschreitet aktuell auch den Langzeit-Durchschnittswert von 56,7 Punkten erheblich.

Preisnachlässe vor allem im Konsum- und Investitionsgüterbereich gaben den Ausschlag dafür, dass die Verkaufspreise in der deutschen Industrie im November insgesamt zum sechsten Mal hintereinander leicht reduziert wurden.

www.bme.de

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