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VDR: Mehrwertsteuer-Senkung führt zu Mehrkosten für Unternehmen

Obwohl sich durch die Mehrwertsteuersenkung für Übernachtungsleistungen direkte positive Effekte für die Hotellerie ergeben, müssen Firmenkunden und Reisende mit enormen Mehrbelastungen rechnen.

Der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) sieht nach wie vor Chancen und Risiken bei der Senkung der Mehrwertsteuer für Hotelleistungen und erwartet spürbare Mehrbelastungen für Firmenkunden. DieSenkung ist von der neuen Bundesregierung geplant und am 2. Dezember vom Finanzausschuss mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen angenommen worden.

„Sollte am 1. Januar 2010 die Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen von 19 auf sieben Prozent sinken, dann gibt das den Hoteliers den Spielraum, zurückgestellte und dringend notwendige Investitionen umzusetzen“, sagt Dirk Gerdom, Präsident des Deutschen GeschäftsreiseVerbands VDR. „Dies ist aber aus Verbandssicht nur dann akzeptabel, wenn die Mehreinnahmen durch diese Reduzierung in den Wirtschaftkreislauf gegeben werden und sich hierdurch Qualität und Preis-Leistungs-Verhältnis verbessern.“ Außerdem muss ein Teil an die Firmenkunden weitergegeben werden, da die Senkung der Mehrwertsteuer „für Beherbergungsleistungen im Hotelund Gastronomiegewerbe“ de facto Mehrkosten für diese Zielgruppe nach sich zieht.

Wenn die Brutto-Preise gleich bleiben, bedeutet dies für Unternehmen, die am Vorsteuerabzugsverfahren teilnehmen, eine klare Mehrbelastung, da der Vorsteuerabzug niedriger ausfällt.

Wenn das Frühstück als Nebenleistung ab Januar anders besteuert wird als die Übernachtung, müsste das auf der Rechnung separat ausgewiesen werden. Das führt für jede einzelne Hotelnacht mit Frühstück zu zusätzlichen Abrechnungsprozessen sowohl für die Firmenkunden als auch für die Hotellerie. Zusätzliche Prozesse bedeuten immer zusätzliche Kosten.

Gleichzeitig müsste das Frühstück den Reisenden bei der Reisekostenabrechnung künftig in voller Höhe abgezogen werden statt wie bisher lediglich in Höhe des „Sachbezugswertes“. Das heißt, Reisende zahlen dann ihr Frühstück selbst, was teilweise kaum durch die Verpflegungspauschale abgedeckt werden kann. „Alles in allem bringt die Mehrwertsteuer-Senkung neben den Chancen für Investitionen und Qualität also vor allem deutliche Risiken und Belastungen für Firmenkunden und Reisende“, fasst Dirk Gerdom zusammen. „Wenn die Steuersenkungen tatsächlich dazu beitragen sollen, die schwächelnde Konjunktur wieder auf die Beine zu bringen, dann müssen diese Mehrbelastungen minimiert werden. Hierbei sind sowohl Politik als auch die Hotellerie in der Verantwortung. Entsprechende Regelungen und Maßnahmen würden wir sehr begrüßen – der VDR wird hierbei selbstverständlich sein Know-how einbringen.“

www.vdr-service.de

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