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Umfrage: Mittelständler kaufen schlechter ein als Konzerne

Rund ein Drittel der deutschen Mittelständler führen keine standardisierten Lieferantenbewertungen sowie regelmäßige Besuche und Audits bei ihren Lieferanten durch. Das hat eine aktuelle Befragung von 501 Entscheidern der deutschen Wirtschaft durch das Institut für Demoskopie Allensbach und das Kerkhoff Competence Center of Supply Chain Management der Universität St. Gallen im Auftrag der Unternehmensberatung Kerkhoff Consulting ergeben.

„Die Untersuchung zeigt, dass große Unternehmen das Lieferantenmanagement wesentlich professioneller betreiben als Mittelständler. Dies kann für den Mittelstand zu deutlichen Wettbewerbsnachteilen führen“, sagt Gerd Kerkhoff, Geschäftsführer des auf Einkaufsoptimierung und Supply-Chain-Management spezialisierten Beratungsunternehmens Kerkhoff Consulting. „Die Steuerung der Lieferanten ist nach wie vor der Hauptjob jeder Einkaufsabteilung. Bei diesem Ergebnis könnte man sich jedoch fragen, was ein Drittel der mittelständischen Einkaufsabteilungen als Ziel definiert hat.“

Noch dramatischer ist der Unterschied im Risikomanagement. Gerade einmal 14 Prozent der Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern verfügen über ein Risikomanagementsystem im Einkauf. Immerhin hat knapp die Hälfte (47 Prozent) der großen Firmen mit mehr als 1000 Angestellten ein solches System aufgebaut.

Bei der Einbindung der Einkaufsabteilung in die Produktion sind Mittelstand und Großindustrie ungefähr auf dem gleichen Stand: 65 Prozent haben Schnittstellen mit der Produktion geschaffen. Anders sieht dies bei der Produktentwicklung aus: Die Hälfte der Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern bindet den Einkauf bereits „stark“ oder „sehr stark“ in die Entwicklung von Produkten mit ein. Bei Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern hat dies nur ein Drittel getan.

Die Produktkostenkalkulation und Wertanalyse als modernes Einkaufstool nutzt durchschnittlich erst jedes fünfte Unternehmen. Mit Hilfe dieser Technik wird es Firmen ermöglicht, die genauen Herstellungspreise der von ihnen bezogenen Waren zu schätzen und somit wesentlich schlagkräftigere Lieferantenverhandlungen zu führen. Auch hier wird der Unterschied zwischen Klein und Groß deutlich: 13 Prozent der Mittelständler verfügen über ein „Cost-Breakdown-Tool“, bei den großen Unternehmen ist es rund ein Drittel.

www.kerkhoff-consulting.com

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