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EMI: Energieverteuerung pusht Einkaufspreise im Januar

Die Verteuerung von Energie und Kraftstoffen hat im Januar zu einem deutlichen Anstieg der Einkaufspreise in Deutschland geführt. Der Preisauftrieb fiel so hoch aus wie zuletzt im September 2008.

Dennoch legte die Industrie Anfang des Jahres erneut kräftig zu – dank verstärkter Zuwächse bei Produktion und Auftragseingang. So kletterte der saisonbereinigte Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) von 52.7 im Dezember 2009 auf 53.7 im Januar 2010. Mit seinem vierten Anstieg in Folge erreichte er den höchsten Wert seit März 2008. „Das Anspringen der Konjunktur dürfte die Situation der strategischen Einkäufer in den deutschen Industriebetrieben spürbar entlasten. Sie tragen aufgrund des durch die Finanz- und Wirtschaftskrise verursachten Kostendruckes in allen Unternehmensbereichen eine besondere Verantwortung“, kommentierte Dr. Holger Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Mittwoch die aktuelle EMI-Statistik.

Nachdem sich der Teilindex Produktion im Dezember mit saisonbereinigt 56.6 Punkten auf hohem Niveau stabilisiert hatte, erreichte er im Januar (58.1 Punkte) den höchsten Wert seit über zwei Jahren. Die markantesten Anstiege gegenüber dem Vormonat vermeldeten die Vorleistungs- und Investitionsgüterproduzenten, während die Erzeugung im Konsumgüterbereich weitgehend konstant blieb. Global Player und KMU verbuchten im Berichtsmonat so viele Neuaufträge wie seit drei Jahren nicht mehr. Zurückzuführen war dies auf die Einführung neuer Produkte und die wieder zuversichtlicher gestimmten Kunden.

Die Exportnachfrage nach Industrieerzeugnissen „Made in Germany“ verharrte auf dem hohen Vormonatsniveau, so dass auch hinter den Auslandsbestellungen ein dickes Plus stand; vor allem aus China gingen verstärkt Neuaufträge ein. Die Wiederauffüllung der Lager auf Seiten der internationalen Kunden kam dem Exportauftragseingang ebenfalls zugute.

Trotz des deutlichen Anstiegs der Einkaufspreise wurden die Verkaufspreise im Januar ein weiteres Mal reduziert, wenngleich sich der Rückgang nochmals ermäßigte und wieder auf dem Niveau von November 2008 lag. Wegen des starken Wettbewerbs auf den internationalen Märkten kam es im Investitionsgüterbereich zu Preisnachlässen.

Das Räumen der Vormateriallager hat merklich an Tempo verloren und erreichte das Niveau von Oktober 2008. Ausschlaggebend hierfür war die anziehende Nachfrage nach Industrieerzeugnissen sowie Sorgen über sich wieder verlängernde Lieferzeiten.

Der 16. Beschäftigungsabbau in der deutschen Industrie fiel infolge weiterer Restrukturierungen und Kosteneinsparungen noch stärker aus als im Dezember 2009. Obwohl die Investitionsgüterindustrie von deutlichen Zuwächsen beim Auftragseingang und der Produktion profitierte, wurden in diesem Sektor am meisten Stellen gestrichen.

Der „Markit/BME Einkaufsmanager-Index“ (EMI) ist ein monatlicher Frühindikator zur Vorhersage der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Der Index erscheint seit 1996 unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Frankfurt. Er wird von der britischen Forschungsgruppe Markit Economics, London, erstellt. Der Index beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern/Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland (nach Branche, Größe, Region repräsentativ für die deutsche Wirtschaft ausgewählt). Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager´s Index (PMI).

www.bme.de

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