Jeder fünfte Euro kann bei der Gebäudereinigung eingespart werden. Das ist
das Fazit einer aktuellen Studie der Firma KIS. Wir sprachen mit dem Experten für
Gebäudereinigung Lothar Blach über Mindestlöhne, Umweltschutz und Qualität.
Die Kostenoptimierer von KIS haben rund 400 Projekte der letzten zehn Jahre ausgewertet und dabei festgestellt, dass Unternehmen und Einrichtungen durch die Arbeit von KIS im Schnitt mehr als 15 Prozent im Bereich Gebäudereinigung einsparen. Besonders erfolgreich waren die Experten bei Mandanten, die im Jahr maximal 100 000 Euro für die Reinigung ausgeben: Hier konnten 23 Prozent der Kosten getilgt werden. Bei der nächsten Kategorie, bis 300 000 Euro Jahreskosten, waren es 18 Prozent Ersparnis und bei Ausgaben bis 500 000 Euro zwölf Prozent. Für Auftraggeber, die jährlich über 500 000 Euro in Sauberkeit investieren, erzielten die Experten im Schnitt acht Prozent geringere Kosten. „Dies liegt vor allem daran, dass hier der Effizienzgrad der Reinigung höher ist“, sagt Lothar Blach, geschäftsführender Gesellschafter von KIS und Experte für Gebäudereinigung. „Hinzu kommt, dass größere Unternehmen auch häufig mehr Kapazitäten haben, die Kosten unter die Lupe zu nehmen.“ Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, denen die eigene Manpower zum Kostencheck fehlt, bietet KIS Hilfe. Die Experten prüfen Kosten und Abläufe auf Erfolgshonorarbasis, so ist der Auftraggeber auf der sicheren Seite.

Motivation sorgt für bessere Qualität
Dumping-Löhne, Billigarbeiter und Ausbeutung: So werden die Arbeitsbedingungen im Bereich Gebäudereinigung meist umschrieben. Eigentlich fällt die Branche bereits seit Mitte 2007 unter das Arbeitnehmerentsendegesetz, das einen tarifgebundenen Mindestlohn vorschreibt. Dennoch bleibt das Thema Arbeitsbedingungen aktuell, halten sich doch noch lange nicht alle Unternehmen an die gesetzlichen Vorgaben. Wichtig für Auftraggeber: Sollten Löhne unter Tarif bezahlt oder angemessene Arbeitsbedingungen nicht eingehalten werden, haftet nicht nur der Dienstleister, sondern auch sie selbst.
Wer die Arbeit von Reinigungskräften in Anspruch nimmt, muss sich auch rückversichern, dass diese anständig bezahlt werden, sonst macht er sich strafbar. Nicht nur deswegen, sondern auch weil das Reinigungsergebnis unter schlecht bezahlten und entsprechend demotivierten Arbeitskräften leidet, ist es besonders wichtig, gemeinsam mit dem beauftragten Reinigungsunternehmen Leistungshöchstwerte festzusetzen. Diese besagen, welche Fläche in der Zeit einer Stunde geputzt werden kann.
Gerade bei Ausschreibungen sollte das zu reinigende Gebäude zunächst gemeinsam mit dem Dienstleister begutachtet und ein ausführliches Flächenverzeichnis erstellt werden. Anhand von Bodenbelag, Nutzung und Fläche werden dann die zu erbringenden Reinigungsleistungen genau festgelegt. Eine hoch komplexe Aufgabe, die viele Unternehmen ohne externe Hilfe allerdings nicht leisten können. KIS-Experte Lothar Blach weiß: „Den meisten Auftraggebern sind die Arbeitsbedingungen ihres Reinigungspersonals sehr wichtig, Ihnen fehlt aber schlicht und ergreifend die Expertise auf diesem Gebiet.“ Hier bietet KIS Unterstützung.
Haben Sie ein paar Tipps, wie ein Unternehmen die Reinigung seiner Büros unter angemessenen Arbeitsbedingungen optimieren kann?
Die wichtigsten Voraussetzungen dafür sind ein exaktes Flächenverzeichnis und ein detailliertes und präzises Leistungsverzeichnis. In der Praxis sind die Leistungsverzeichnisse oft viel zu pauschal und ungenau. Meistens werden sie von den Reinigungsfirmen selbst erstellt. Damit schützen sie tendenziell auch die Interessen der Reinigungsfirma.
Im Leistungsverzeichnis sollten die Leistungen aber genau in der Qualität und Häufigkeit aufgeführt sein, wie sie auch tatsächlich erbracht werden müssen, also ohne „Sicherheitspuffer und ungenaue Aussagen“. Für den Auftraggeber gilt hier das Motto: Reinigung soviel wie nötig und sowenig wie möglich. Das Beispiel „Abfalleimerleerung in Büros“ unterstreicht diesen Ansatz: Werden die Mülleimer zusammen mit der Reinigung (z.B. zweimal wöchentlich) geleert, so ist dies preislich günstig. Müssen diese aber fünfmal wöchentlich geleert werden, verursacht dies einen hohen zusätzlichen Zeitaufwand und erhöht die monatlichen Gesamtkosten in der Regel um 10 bis 20 Prozent. Auf Basis der exakt erstellten Unterlagen sollte dann ausgeschrieben bzw. mit der Reinigungsfirma verhandelt werden. Wichtig ist, dass dabei ein Stunden-Satz vereinbart wird, der für den Dienstleister „auskömmlich“ ist. Bei dem bisherigen Tariflohn West von € 8,15 sollte dieser nicht unter € 14,00 liegen. Auch müssen die Reinigungszeiten so bemessen werden, dass die Reinigungskräfte ihre Reviere auch tatsächlich ordentlich reinigen können. Hierfür muss die Kalkulation von der Reinigungsfirma detailliert erstellt und vom Auftraggeber auf Plausibilität hin geprüft werden. Im Zweifelsfall sollten Probereinigungen durchgeführt werden. Grundsätzlich sollte man sich immer schriftlich vom Dienstleister bestätigen lassen, dass die Tariflöhne bezahlt werden und die Bestimmungen gemäß dem Entsendegesetz eingehalten werden.
Ein weiterer wesentlicher Aspekt neben den Personalkosten sind die Reinigungskonzepte: Umweltfreundliche Reinigungsmittel kommen dabei ja nicht nur der Umwelt, sondern auch den Kollegen aus der Putzkolonne zugute. Worauf ist bei der Auswahl besonders zu achten?
Bei der Unterhaltsreinigung von Verwaltungsbereichen sollten möglichst wenig Reinigungsmittel zum Einsatz kommen: im Wesentlichen ein Neutralreiniger in den Büros und Funktionsräumen sowie ein Desinfektionsmittel bzw. Desinfektionsreiniger in den Sanitärbereichen. Viel mehr muss an Chemie in der täglichen Unterhaltsreinigung nicht sein. Dabei sollte auf bewährte Standardprodukte zugegriffen werden. Die sind biologisch abbaubar und besonders umweltverträglich. Sollte die Reinigungsfirma zusätzliche Reinigungsmittel einsetzen, muss sie das dem Auftraggeber schriftlich bekannt geben und eine Unbedenklichkeitsbescheinigung beifügen. So kann der Verwendung gegebenenfalls widersprochen werden.
Die nächste Ausgabe erscheint am 31. Mai mit den Themen:
• Green Office: Alles Standard?
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• Rund ums Kleben + Korrigieren
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