Nach einer Umfrage von Kerkhoff Consulting hielten im August 2009 noch 61 Prozent der Einkaufsmanager „Green Procurement“ (Grüne Beschaffung) für ein Modewort – und verkennen damit einen Zukunftstrend, der nicht mehr aufzuhalten ist. Dies ist der zweite große Trend der „Einkaufsagenda 2020“, die die Kerkhoff-Berater jetzt in ihrem neuen Buch „Beschaffung in der Zukunft“ vorstellen. Die Einkäufer würden zukünftig Produkte nicht nur nach dem Dreieck Preis, Qualität und Service bewerten, sondern dies zu einem Viereck erweitern, in dem Nachhaltigkeit ein wichtiges Bewertungskriterium werde, heißt es weiter. Einkäufer würden sich künftig sogar zu Umwelt-Managern entwickeln müssen.
Jetzt kurz vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen werden die Medien die Themen Klima und steigende CO2-Belastung zunehmend aufgreifen und uns keine schönen, aber auch keine hoffnungslosen Szenarien bis zur nächsten Jahrhundertwende beschreiben. Letztendlich gilt es, die Erderwärmung bei 2 Grad aufzuhalten. Das kann zu schaffen sein, wenn alle an einem Strang ziehen. Joschka Fischer riet kürzlich auf dem Deutschen Nachhaltigkeitstag, wo er einen Ehrenpreis für seine herausragende Rolle bei der Umsetzung grüner Visionen in der Realpolitik entgegennahm, zu „gnadenlosem Realismus“. Entweder „Kopenhagen sei der Startpunkt, oder wir haben die Chance verpasst“. Kopenhagen sei kein Klimagipfel, sondern für ihn der wichtigste Weltwirtschaftsgipfel des neuen Jahrhunderts, so Fischer weiter. Unternehmer mit Visionen seien jetzt gefragt, mit dem Mut zur Durchbrechertechnologie. „Nutzen Sie die Chance, dass die Politik gelähmt ist, und zeigen Sie denen, was Unternehmen leisten können.“ Wie Sie merken lieber Leser, hat sich diese Message nachhaltig bei mir eingeprägt.
Bei rund 17 Millionen Menschen, die in Deutschland an Büroarbeitsplätzen arbeiten, kommt da auch im Office einiges an CO2-Sparpotenzial zusammen. Die Herstellerseite reagiert mit einem Boom an neuen „grünen Produkten“ und präsentiert jede Menge Konzepte zum Energiesparen und Wertstoff-Recycling. Hier gilt es, die Spreu vom Weizen zu trennen und „Greenwashing“ zu erkennen. Eine Entscheidungshilfe und Sicherheit bieten in diesem Zusammenhang Markenprodukte, wie die der Förderunternehmen des Office Gold Clubs. Nach neuesten Untersuchungen steigt übrigens die so begehrte „brandlove“ des Käufers, je nachhaltiger eine Marke sich positioniert. Auch der Office Gold Club stellt seine Roadshow im nächsten Jahr unter das Motto:„Nachhaltigkeit on tour“.
In der vorliegenden Ausgabe erwartet Sie insgesamt eine geballte Ladung an nachhaltigen Informationen. Die Sieger des B.A.U.M.-Wettbewerbs „Büro & Umwelt“, der Städtewettbewerb Papieratlas und der Deutsche Nachhaltigkeitspreis mit dem Sonderpreis „Recyclingpapierfreundlichstes Unternehmen“ sind die Highlights.
In diesem Sinne – viel Spaß beim Lesen,
Ihre
Elke Sondermann
Chefredakteurin
Die nächste Ausgabe erscheint am 31. Mai mit den Themen:
• Green Office: Alles Standard?
• Individuelle Werbeartikel +
Sonderanfertigungen
• Schreibgeräte-Trends
• Rund ums Kleben + Korrigieren
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