Gel-Pen, Faserschreiber, Tintenroller, Bleistift oder Kuli? Die Vorlieben sind so unterschiedlich wie die Anwender. Ein Büroschreibgerät muss vor allen Dingen zuverlässig und preiswert sein. Wir fragten führende Hersteller nach den aktuellen Trends.

1) Einweg- oder Mehrwegschreiber/Nachfüllbarkeit: Wohin geht der Trend bei Büroschreibgeräten?
2) Welche Rolle spielen ergonomische Aspekte bei der Nachfrage für den gewerblichen Gebrauch?
3) Wie viel darf ein Standard-Schreibgerät Ihrer Ansicht nach kosten?
Claudia Züfle, Marketing & Communications Manager, Schneider Schreibgeräte
1) Beide Schreibsysteme haben ihre Berechtigung und sind nur bedingt vergleichbar. Grundsätzlich ist die Verwendung von qualitativ hochwertigen nachfüllbaren Schreibgeräten umweltorientiert. Dennoch können langlebige Einwegschreibgeräte umweltfreundlicher und wirtschaftlicher sein als qualitativ minderwertige nachfüllbare Schreibgeräte.
Wir sind der Meinung, dass auch zukünftig bei Büroschreibgeräten verstärkt auf Qualtität, Langlebigkeit, Nachfüllbarkeit und Wirtschaftlichkeit großen Wert gelegt wird. Es ist deshalb für unsere Unternehmens- und Produktphilosophie maßgeblich, diese Aspekte ausgewogen zu vereinen.
2) Die ergonomischen Anforderungen an Mitarbeiter im Büro und am Arbeitsplatz sind zunehmend, und dazu gehört auch ein optimales Schreibgerät. Daher entwickeln wir Schreibgeräte, die haptisch und schreibtechnisch ausgefeilt sind und somit ergonomisch gut in der Hand liegen, für ein ermüdungsfreies und angenehm weiches Schreibgefühl sorgen. Viele unserer Schreibgeräte bestehen daher auch aus zwei Kunsstoffkomponenten wie z.B. Slider, XPress oder Xtra.
3) Eine in Euro ausgedrückte Antwort ist hier nicht möglich, da Kosten auch immer von den Ansprüchen, wie z.B. Langlebigkeit, Nachfüllbarkeit, Ergonomie etc. und dem Einsatzgebiet abhängig sind. Ein kurzfristiger Blick auf einen günstigen Einkaufspreis ist mittelfristig nicht unbedingt wirtschaftlich, da für nicht nachfüllbare oder Schreibgeräte mit minderwertiger Qualität in kürzeren Abständen Ersatz beschafft werden muss als für Schreibgeräte, die diese Attribute erfüllen.
Andreas Härms, Verkaufsleiter, Pentel
1) Unsere Zahlen zeigen schon seit Jahren einen steigenden Anteil der Ersatzminen, dies hängt meiner Meinung nach allerdings eher von unserer eigenen strategischen Ausrichtung denn von einer Allgemeingültigkeit ab. Wir glauben, dass es zwar einen langfristigen Trend zu Mehrwegschreibgeräten gibt, es aber noch lange dauern wird, bis sich das Thema wirklich breit durchgesetzt hat.
2) Ergonomische Aspekte sind bei der Arbeitsplatzgestaltung und bei Büromöbeln – hier insbesondere bei Bürodrehstühlen – ein wichtiger Faktor, zumindest in der Theorie. In der Praxis entscheiden dann häufig andere Faktoren über Kauf oder Nichtkauf. Bei Bürobedarfsartikeln spielt Ergonomie keine oder nur eine unwesentliche Rolle. Marke, Qualität und Preis sind hier aus unserer Sicht die entscheidenden Kriterien.
3) Eine Frage, die so nicht zu beantworten ist, denn die Definition eines Standard-Schreibgeräts ist je nach Produktkategorie, Zielgruppe, Gebrauchszweck und -häufigkeit extrem unterschiedlich. Diese Parameter müssen diejenigen Produkte erfüllen, die langfristig am Markt erfolgreich sein wollen. Hier spielt die richtige Sortimentsstrategie eine entscheidende Rolle, die darauf abzielen muss, adäquate Produkte in unterschiedlichen Eigenschafts- und Preisebenen anzubieten.
Christian Kockmann, General Manager Germany, BIC
1) Vor allem aus wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten greifen die Entscheider für den gewerblichen Bürobedarf vermehrt zu nachfüllbaren Schreibgeräten. Dabei ist „Einweg“ keinesfalls immer mit „Umweltverschmutzung“ gleichzusetzen. Durch den minimalen Einsatz von Rohstoffen, ein Gesamtgewicht von weniger als 6 Gramm und seine Schreiblänge von über 2 km ist unser Kugelschreiber BIC Cristal ein besonders leichtes und langlebiges Schreibgerät und damit eine nicht weniger wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Alternative.
2) Ergonomische Aspekte für guten Halt und Schreibkomfort sind sicherlich ein Argument, jedoch nicht das wichtigste Entscheidungskriterium beim Kauf von Schreibgeräten im Büroalltag. Funktionalität und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis stehen für die Vielanwender in den Büros gerade in der heutigen Zeit im Vordergrund. Mit Schreibgeräten wie der BIC Re-Action-Familie mit stoßdämpfender Federung möchten wir unseren Kunden daher auch innovative Produkte mit höherem Schreibkomfort zu erschwinglichen Preisen anbieten.
3) Maximal 1 Euro!
Stefan Matschke, Vertriebsleiter Deutschland, Faber-Castell
1) Wir sehen einen Trend zu langlebigeren Schreibgeräten. Das schont die Umwelt, steigert die Zufriedenheit der Mitarbeiter und senkt langfristig auch die Kosten. Mehrwegschreibgeräte haben daher, besonders in Deutschland, eine hohe und weiter steigende Bedeutung. Auch bei Einwegschreibgeräten geht der Trend zu höherwertigeren Produkten mit verbesserten Schreibeigenschaften durch neue Technologien.
2) Die Ergonomie spielt bei Büroschreibgeräten in Verbindung mit dem generellen Design eine zunehmende Rolle. Ergonomischere Produkte sind auch ein Motivationsfaktor für die Mitarbeiter. Wir können diesen Trend klar am Erfolg unserer GRIP-Familie mit Dreikantprofil und Griffnoppen in den Büros ablesen.
3) Der Preis für ein qualitativ gutes Büroschreibgerät liegt heute in der Regel bei einer UVP inkl. MwSt. von € 2,50. Wir sehen aber eine zunehmende Nachfrage auch nach Schreibgeräten bis zu zehn Euro, auch im gewerblichen Bürobedarf. Es wird insgesamt weniger geschrieben, gleichzeitig steigt aber der Anspruch des Verbrauchers an sein Schreibgerät sowohl im gewerblichen als auch privaten Gebrauch.
Peter Friedrich, Geschäftsführer Deutschland, Staedtler
1) Schreibgeräte mit austauschbarer Mine oder Nachfüllbarkeit für Schreibflüssigkeiten bieten immer die bessere Gesamtwirtschaftlichkeit bei längerer Nutzungsdauer und reduzieren das Abfallaufkommen in denkbar sinnvoller Weise.
2) Ergonomie zahlt sich immer aus, unabhängig vom privaten oder gewerblichen Einsatz. Leider wird dieser Aspekt unter Kostengesichtspunkten immer wieder gern geopfert.
3) Das entscheidet jeder Endverbraucher letztlich selbst durch seinen Kauf. Ein Bleistift ist und bleibt die kostengünstigste Variante, ein Füllfederhalter die teuerste. Das Angebot ist riesig und hält für jeden die passende Lösung bereit.
Jörg Borkowski, Geschäftsführer, Pilot Pen
1) Das muss man nach Segmenten betrachten, Kugelschreiber, Rollerball oder Gelstift eher nachfüllbar, Marker und Faserschreiber eher nicht.
2) Auch wichtig.
3) Kommt auf den Standard an. Es sollte günstig, aber nicht billig sein.
Die nächste Ausgabe erscheint am 31. Mai mit den Themen:
• Green Office: Alles Standard?
• Individuelle Werbeartikel +
Sonderanfertigungen
• Schreibgeräte-Trends
• Rund ums Kleben + Korrigieren
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