Langfristige Bindungen

Hintergrund

Ausgabe Juni 4|2009

Die mehr als 100-jährige Firmengeschichte ist die Grundlage des Erfolges des Spezialisten für Loseblatt-Bindesysteme Chr. Renz mit Sitz in Heubach. Eine Zeitreise von der Huf- und Wagenschmiede bis zum aktuellen Taschenlaminator.

Alles Begann im Jahr 1908, als Christian Renz sein Prüfungszeugnis und damit die Befähigung zum „Betriebe des Hufbeschlaggewerbes“ erhielt. In diesem Jahr gründete Christian Renz  mit seinem Geschäftspartner Gögelein eine Huf- und Wagenschmiede in Stuttgart. Gögelein, der 1934 aus dem Unternehmen ausschied, und Renz waren als Schmiede, Elektro- und Autoschweißerei tätig. Während des 2. Weltkriegs wurden zwangsweise auch U-Boot Luken aus bis zu 300 mm dicken Stahlblechen und Panzersperren gefertigt.

Im Jahre 1945 trat der Sohn Alfred Paul Christian Renz in die Drei-Mann-Firma ein. Die Umgestaltung zu einem mechanischen Zulieferbetrieb begann. Ab 1949 versuchte sich Renz an diversen Projekten und wurde auch zum Entwickler und Hersteller von Stanz- und Bindemaschinen für die Lose-Blattbindung im Auftrag der Firma Bohm + Co. Aber erst ab circa 1975 konzentrierte sich Renz voll auf Lose-Blatt-Bindesysteme.
Im Jahre 1956 übergab Christian die Firma in die Hände seines Sohnes Alfred. Dieser führte die Firma als „Chr. Renz Maschinen- und Apparatebau“ weiter. Im Jahre 1969 trat Alfreds Sohn Peter mit 24 Jahren als Ingenieur in die Zehn-Mann-Firma ein. Schließlich übernahm Peter Renz 1978 die Führung der in die „Chr. Renz Maschinenbau GmbH“ umbenannten Firma. Ein Meilenstein der Unternehmensgeschichte war der Umzug in den 540 m²-Neubau in Heubach im Jahr 1965. Durch kontinuierliche Erweiterung beträgt überbaute Fläche heute 7000 m².

Im vergangenen Jahr feierte das Unternehmen 100. Geburtstag.

Das Jahr 1968 markierte den Produktionsbeginn von Renz-Büromaschinen. Die erste „Combi“ (eine kombinierte Stanz- und Bindemaschine) für die Plastikbindung kam auf den Markt. Diese Baureihe besteht heute aus sechs leistungsstarken Modellen. Im Jahre 1978 realisierte Peter Renz seinen ersten großen Traum und begann, Drahtkammbindungen zu entwickeln. Heute werden für deren Produktion weltweit tausende Tonnen Spiraldraht, in etwa doppelt so viel wie der gesamte weltweite Wettbewerb zusammen, arbeitet.

Bereits im Jahre 1979 waren die ersten SRW- und ERW- Büromaschinen im Markt. Parallel entstand im Jahr 1979 die erste professionelle „Ring Wire“-Schließmaschine „CLE 68“. Heute bietet Renz das weltweit breiteste Programm von „Ring Wire“-Bindemaschinen.
In Heubach arbeiten heute 210 Menschen für das Familienunternehmen. Weltweit sind es mit den elf Niederlassungen von Australien bis Finnland rund 400 Mitarbeiter. Der Umsatz für das Jahr 2008 belief sich auf mehr als 50 Millionen Euro.    

www.renz-germany.de

Nachgefragt bei Renz-Vertriebsleiter Thomas Reinhard

Seit diesem Jahr ist Renz Mitglied der Hersteller- „Initiative Standort Deutschland“ – was war die Motivation zum Beitritt?

Als deutscher Hersteller mit über 100-jähriger Tradition stehen wir zum Standort Deutschland. Unsere Ausbildungsquote von knapp 12 Prozent, sowie viele Investitionen am Standort Heubach zeigen dies. Die Struktur der fünf Gründungsmitglieder Ideal, Han, Maul, Sigel und Veloflex ist ähnlich zu der von Renz. Die Nutzung gemeinsamer Synergien im Vertrieb und Marketing hat uns zur Teilnahme bewogen.

Stichwort Renz-„Ring Wire“-Drahtkammbindung: Was ist das Besondere an den Bindegeräten von Renz?

In der Drahtkamm-Bindung ist Renz weltweit führend. Sämtliche Systeme sind technisch ausgereift, durch ergonomische Anordnung einfach zu bedienen, langlebig und garantieren optimale Binde-ergebnisse. Wir fertigen übrigens auch das Drahtkamm-Bindematerial in Heubach. Hierzu verwendet Renz ausschließlich hochwertiges Rohmaterial, das auf der weltweit patentierten (bedienerfreundlichsten) Verpackung, dem „Wire Pack“ geliefert wird.

Auf welche Aspekte sollte man beim Kauf/Auswahl von Bindegeräten achten?

Bindesysteme sind beim Stanzen hohen Kräften ausgesetzt. Daher ist eine Robustheit der Systeme äußerst wichtig. Nur höherwertige Systeme garantieren eine gute Stanzung und Bindung (saubere Perforation, rundes Schließen des Drahtes, exakte Formatjustierung etc.). Billigsysteme meist aus Fernost können diesen Qualitätsstandards in der Regel nicht standhalten.

Neue Taschenlaminatoren von Renz

Das Design der drei Maschinen mit unterschiedlichen Leistungsmerkmalen vom Einsteiger- bis zum Profimodell ist den neuen Drahtkammbindemaschinen der Produktsparte Office Line angepasst: Klare Linien und dezente Farbtöne bestimmen die Optik. Neben dem Design steht vor allem die Funktionalität im Vordergrund: Ein übersichtliches Bedienfeld für die die korrekte Einstellung von Temperatur und – je nach Modell – Geschwindigkeit. LED-Leuchten zeigen Aufwärmphase und Betriebsbereitschaft an. Es können Dokumente bis zu einem Format von DIN A3 laminiert werden.

Das Einstiegsmodell der neuen Serie, der „HT 330 L“, hat zwei innen beheizte Walzen und zwei kalte Abzugswalzen.Das stabile Metallgehäuse und der Antrieb der Laminatoren (Metallzahnräder) sind auf Beständigkeit ausgerichtet. Hochwertige Silikonwalzen sowie ein solider Antriebsmotor gewährleisten eine saubere Lamination. Alle drei Maschinen verfügen über eine hochwertige Heiztechnik und sind (nur „HT 330 Dual“ und „HT 330 P“) mit einer engergiesparenden Stand-by-Funktion ausgestattet.
Im Bereich Laminieren verfügt Renz über langjährige Erfahrung. Mit der Übernahme der PMF Plastic-Maschinen-Folien GmbH, einem Hersteller von Taschenlaminatoren, stieg man 1982 erfolgreich in das Laminiergeschäft ein.

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