Ganzheitlicher Einsatz

Hintergrund

Ausgabe Ausgabe 1|2009

Nachhaltigkeit heißt der Megatrend, nicht nur in der Bürowirtschaft. Auf der Paperworld stellt Durable den firmeneigenen Ansatz im PBS-Forum zur Diskussion (Halle 3.0). Wir sprachen im Vorfeld der Messe mit Durable-Marketingchef Horst Bubenzer.

Wie definieren Sie das Thema Nachhaltigkeit in Ihrem Hause?

Wir definieren Nachhaltigkeit nicht nur als gelebtes Umweltbewusstsein. Dazu gehören zu gleichem Maße die Orientierung an wirtschaftlichem Erfolg sowie die Wahrnehmung unserer sozialen Verantwortung. Wir sind zutiefst überzeugt, dass jeder wirtschaftliche Erfolg in der heutigen Welt nur dann auch wirklich als solcher zu werten ist, wenn er zu einer friedlichen und intakten Welt beitragen kann. Und nicht zu Lasten heutiger und nachfolgender Generationen geht.  Weitblick und Verantwortung für eine lebenswerte Natur und eine humane Gesellschaft prägen den Stil des Erfolges, den wir für uns als Vorbild sehen. Diese Interpretation des Begriffs Erfolg, ein wichtiger Bestandteil unserer Markenpositionierung, gehört zu unserer Unternehmensphilosophie.

Das Kernthema „Umweltbewusstsein“ teilt sich bei Durable in viele Facetten. Zum einen legen wir sehr viel Wert darauf, Energie sparend zu agieren, in der Produktion sowie in vielen anderen Bereichen. Natürlich gibt es vor allem in den Herstellungsprozessen viele Ansatzpunkte. Hier laufen bei Durable zur Zeit zwanzig Projekte, die Ressourcen einsparen. Da geht es z. B. um Abwärmenutzung in den Produktionsprozessen, um Energiesparleuchten oder um den Einsatz einer Solarzellenanlage. Unser neues Headquarter in Schweden, im Januar 2008 eröffnet, wird mit Erdwärme betrieben.

Aber es gibt auch viele Aktivitäten in ganz anderen Bereichen, zum Beispiel ein Eco-Fahrertraining für alle Durable-Kollegen, die einen Geschäftswagen nutzen. Zum anderen konzentrieren wir uns sehr stark auf das Recyceln von Rohmaterialien in Produktionsprozessen sowie das Entwickeln von Produkten aus neuen umweltschonenden Materialien. In vielen Bereichen ist das Inhouse-Recycling bereits ein integrierter geschlossener Prozess. Da werden die Produktionsabfälle gesammelt, parallel veredelt und im weiteren Herstellungsprozess wieder verwendet.

Basisarbeit: Durable-Mitarbeiter beim Arbeitseinsatz am WMF-Projekt an der Elbe

Wie setzen Sie das ganze in den Produkten um?

Die Nachhaltigkeit führen wir in unserem Markennamen. Ein Produkt, das länger hält, hat auch eine bessere Umweltbilanz. Dies trifft auf unser Produktportfolio zu. Darüber hinaus haben wir Umweltkriterien festgelegt, die den Charakter unseres Sortiments in dieser Hinsicht beschreiben. Sie helfen dem Verbraucher nachzuvollziehen, worauf er sich bei einem Durable-Produkt eingelassen hat.

Darüber hinaus kommen 95 Prozent unserer Produkte aus der eigenen Fertigung aus Europa. Allein diese Tatsache dokumentiert klare Wettbewerbsvorteile, was die Umweltverträglichkeit unserer Produkte betrifft. Nehmen wir z.B. unsere Türschilderserie Info Sign. Sie ist extrem langlebig, besteht zu mehr als 30 Prozent aus recycelten Materialien und kann am Ende des Produktzyklus recycelt werden. Außerdem bestehen die Einsteckschilder aus chlorfrei gebleichtem Papier. Diese oder ähnliche Argumente finden sich für viele unserer Sortimente. So sind wir eben auch in der Lage, die gesetzlich vorgeschriebenen Garantiezeiten zu verlängern, wie z.B. bei „Duraclip” oder dem „Sherpa”-Sortiment.

Gesellschaftliche Verantwortung ist bei Durable ein wichtiges Thema. Können Sie uns Beispiele nennen?

Durable fühlt sich schon seit Jahren verpflichtet soziale und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Von der klassischen Geldspende über verschiedene Sponsoringaktivitäten bis hin zum personellen Engagement in Form ehrenamtlicher Arbeit unterstützten wir diverse nationale und internationale Projekte – unabhängig von eigenen Umsatzentwicklungen. Das Unternehmen möchte dort helfen, wo es mit sozialen Notlagen konfrontiert wird. Dabei hat Durable besonders zu Nepal eine besondere Affinität entwickelt: Die SOS-Kinderdörfer Kavre und Sanothimi, aber auch Schulen vor Ort werden immer wieder mit umfangreichen Spenden unterstützt. Auch andere SOS-Kinderdörfer, beispielsweise auf Sri Lanka und in Peru, sowie karitative Einrichtungen in Polen, Litauen und in Deutschland wurden mit aufgebaut oder mit Hilfsgütern versorgt.

Andere Projekte erhielten Geldspenden, die von Mitarbeitern aufgebracht wurden. In Polen und Litauen wurden Projekte für soziale Einrichtungen durchgeführt und am Unternehmensstandort Iserlohn erhalten Altenheime und Behindertenwerkstätten z.B. in der Weihnachtszeit besondere Aufmerksamkeiten.
Groß geschrieben wird bei uns auch das gelebte Engagement der Mitarbeiter: Uns ist wichtig, dass nicht allein das Unternehmen Durable handelt, sondern dass auch die Mitarbeiter mithelfen. Das haben sie bei zahlreichen Projekten schon oft eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

So reisten beispielsweise Durable-Mitarbeiter im Oktober ins polnische Stettin, um die nahe gelegenen Kinderheime Binowo und Stargard mit einer tollen Aktion zu überraschen. In Begleitung der zuständigen Heimleitung wurde eine für die Kinder im Alter von 3 bis 16 Jahren einmalige Einkaufstour organisiert. Rund 130 Kinder erlebten ein wahres Einkaufserlebnis, bei der sich jeder warme Kleidung  und robuste Schuhe für den bevorstehenden Winter aussuchen durfte. Zwischendurch wurden in den Kinderheimen Süßigkeiten, Spielzeug, Hygieneartikel und Büromaterialien verteilt, die die Durable-Mitarbeiter über das Jahr hinweg gesammelt bzw. eingekauft hatten.

Das Thema CSR ist derzeit in vieler Munde, manchmal hat man den Eindruck, dass viele Unternehmen auf den Zug nur aus Marketingzwecken aufspringen. Wie verhält sich das bei Durable?

Das Thema wird in der Tat von vielen Unternehmen adaptiert und diese Entwicklung ist keine Modeerscheinung, sondern ein vielschichtiger Trend. Und dieser ist – und bleibt hoffentlich – in sich nachhaltig. Neu ist auch, dass dieser Trend international ist und von Ländern mit angeschoben wird, für die Umweltbewusstsein in der Vergangenheit keine obere Priorität besaß. Viele Unternehmen springen mit neuen „grünen“ Produkten auf, um von diesem Megatrend zu profitieren. Die Frage bleibt: Haben Sie damit wirklich ihre Einstellung zum Thema Umweltbewusstsein verändert? Wir haben unser gesamtes Sortiment nach umweltrelevanten Kriterien analysiert und einen Leitfaden entwickelt, der beschreibt, dass alle unsere Sortimente ökologische Benefits besitzen. Unserer Ansicht nach ist dies eine bessere Orientierung als die Feigenblatt-Strategie, die ein einzelnes „grünes“ Sortiment in den Fokus stellt.

Außerdem bleibt festzustellen, dass nicht überall „grün drin ist, wo grün draufsteht.“ Ich kann allen Verbrauchern nur empfehlen, alle Versprechungen kritisch zu hinterfragen. Zudem glaube ich, dass es unzureichend und damit für den Verbraucher sehr kritisch ist, wenn ein Hersteller nur ein paar „grüne“ Produkte anbietet. Es muss um den ganzheitlichen Ansatz gehen. Was nützt ein „grünes“ Produkt, wenn es vielleicht in einem Drittland mit Kinderarbeit hergestellt oder wenn es zu einem Preis angeboten wird, der ökonomische Probleme nach sich zieht. Aus vielen Gesprächen im Office Gold Club wissen wir, dass es den Einkäufern nicht nur auf die Produkte ankommt, sondern dass es sehr wohl eine Rolle spielt, ob und wie Hersteller den anderen geschilderten Verantwortlichkeiten nachkommen.

Was möchte Durable in den nächsten fünf bis zehn Jahren erreichen?

Ich habe Ihnen Beispiele geschildert, wie wir versuchen, in vielen Bereichen Energien zu sparen, um die Umwelt zu schonen (und nebenbei auch Kosten zu senken). Wir wollen mit diesen Prozessen auch dazu beitragen, dieses Bewusstsein bei unseren Mitarbeitern zu schaffen. Denn wer sich mit Energieeinsparung am Arbeitsplatz auseinandersetzen muss, der wird dort auch in seinem privaten Umwelt ansetzen. Für unser Unternehmen haben wir die Guidelines für die nächsten Jahre mit dem neuen Claim und der Markenpositionierung sowie unserer Vision zur Nachhaltigkeit fortgeschrieben. Wir arbeiten im Moment an den Voraussetzungen zur Umweltzertifizierung nach DIN EU ISO 14001, ein Projekt, das im Laufe des nächsten Jahres abgeschlossen sein wird.  Den Besuchern der Paperworld werden wir einen Überblick über alle diese geschilderten Projekte geben.    
www.durable.de

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