Mittelstand erkennt Potenziale

E-Procurement

Ausgabe April 3|2009

Da rennt man offene Türen ein

Drastische Senkung der Prozesskosten im Einkauf: Helmut Schreiber, Geschäftsführer vom Bürofachmarkt Mollenkopf, empfiehlt seinen Kunden die Umstellung des Einkaufsprozesses für C-Artikel auf eine E-Procurement-Plattform als eine Chance in der Krise.

Helmut Schreiber will seine Kunden begeistern.

 Vom Standort Neckarsulm aus beliefert der Bürofachmarkt Mollenkopf bundesweit Großkunden und bietet seit 1892 regional ein umfangreiches Sortiment für das Büro. Das Unternehmen unterhält ein eigenes Lager mit Zugriff auf etwa 15 000 Artikel im Bereich Hardcopy, Bürobedarf, Schulbedarf und Papier. Zuverlässigkeit und individuelle Lösungen präsentiert Mollenkopf nicht nur für Großkunden, sondern auch für Handel, Handwerk und den privaten Endverbraucher. Die Kernkompetenz des Handelsunternehmens mit seinen 42 Mitarbeitern liegt in den Bereichen Bürobedarf, Supplies und Präsentationstechnik – ein besonderes Know-how besitzt der Fachhändler beim C-Artikelmanagement. Die Kunden schätzen die Zuverlässigkeit des mittelständischen Unternehmens – doch Geschäftsführer Helmut Schreiber will seine Kunden nicht nur zufrieden sehen, er will begeistern. Ideale Bedingungen dafür böte ihm die heutige von der Krise geprägte Zeit. Einen Megatrend zur Regionalisierung und Nachhaltigkeit sieht Schreiber in der derzeitigen Entwicklung am Markt. Gut für den regionalen Händler. Und ergänzt: „Das Neukundengeschäft im Bereich E-Procurement boomt. Im letzten Jahr haben wir noch aktiv Kunden akquiriert, heute kommen wir kaum nach, die gewünschten Präsentationstermine bei den Kunden zu machen.“ „Im Pricing sind wir ja mehr oder weniger alle gleich“, fasst Helmut Schreiber die Situation im Bürobedarfshandel zusammen. Aber beim Thema Prozesskosten senken um 40 bis zu 60 Prozent, da renne man beim Kunden offene Türen ein.

Natürlich gibt es auch eine gedruckte Version des umfassenden Angebotes: der neue Mollenkopf-KatalogBeim E-Procurement erfolgen die Bestellungen durch die Abteilung direkt, nicht durch den operativen Einkauf. Eine Monatsrechnung gibt einen eindeutigen Überblick über die Höhe der Kosten und die bestellten Waren. „Was nutzt eigentlich schnellere Warenverfügbarkeit wenn der Prozess bis zur Auslösung der Bestellung drei Tage dauert“, fragt Schreiber provokant und schiebt die Erklärung hinterher: Nach der Bedarfsfeststellung müssten erst einmal die entsprechenden Genehmigungen eingeholt werden, bevor der Bestellvorgang ausgelöst werden könne. Um diese Prozesskette abzuschaffen, müssten die benötigen Produkte vom operativem Einkauf vordefiniert werden. Das heißt für den Mollenkopf-Geschäftsführer im B2B-Bereich: „Der Kunde muss sich offenbaren und alles auf den Tisch legen.“ Nur so werde die Supply Chain nicht unterbrochen und schlanke Prozesse ermöglicht. Besonders wichtig sei dies zum Beispiel auch für Reklamationen, die so optimal abgewickelt werden könnten. Durch die Warenkorbdefinition könne der Kunde zu dem sicher sein, immer die gleiche Ware geliefert zu bekommen. Und Bündelungs-Potenzial sieht Schreiber in vielen Branchen. Erst kürzlich schloss Mollenkopf eine Kooperation mit einer Gruppe von rund 600 Junghandwerkern – für Bürobedarf und Tinte/Toner. Der Handwerkernachwuchs spart Zeit beim Büroartikeleinkauf durch Zugriff auf die Mollenkopf-Plattform und erhält als Sonderbobus einen kleinen Rabatt auf den Einkauf. „Eine klassische Win/Win-Situation“, freut sich Schreiber. Beim Thema E-Procurement versteht sich Mollenkopf als Experte. Man sei von Anfang an dabei gewesen, so Schreiber und habe das Change Management (Prozess der Umsetzung von geschäftlichen Anforderungen in die IT-Service-Landschaft) parallel aufgebaut. Mit dem Katalogmanagement von TradePilot bietet Mollenkopf ein Tool an, um Lieferanten-Kataloge in BME.cat-Format zu erstellen. Die Bestellabwicklung läuft über die E-Procurement-Plattform „Private Pilot“, die neben dem Katalogmanagement auch die komplette Abwicklung von Warenkorbprozessen sowie Rechnungsclearing zur Verfügung stellt und so den gesamten Beschaffungsprozess vollelektronisch abbildet.

 www.mollenkopf.de

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