Orientierung im Markt

Editorial

Ausgabe Juli 5|2010

Elke Sondermann, ChefredakteurinAuch bei Büromöbeln rückt das Thema Nachhaltigkeit zunehmend in den Mittelpunkt. Kein Wunder also, dass auch die kommende Orgatec sich mit einem Themenschwerpunkt diesem Bereich widmet. Zudem kommt eine Trend-Umfrage im Auftrag der Koelnmesse zu dem Schluss, dass das so lang propagierte Hightech-Büro ausgedient habe. Das Bedürfnis nach ökologisch verantwortungsvollen Produkten spiegele sich in der Sehnsucht nach mehr Natur und Wohlfühlatmosphäre im Büroalltag wider. „Die Menschen wollen angesichts der zunehmenden Immaterialität der Arbeit mit allen Sinnen angesprochen werden“, fasst Trendforscher Andreas Neef die Ergebnisse der Studie „Ultima Office“ zusammen. Auch Hendrik Hund, Vorsitzender des bso-Verbandes ist sich sicher, dass in wenigen Jahren zertifizierte Büromöbel in Sachen Nachhaltigkeit in Europa Standard sein werden. Derzeit erarbeite man mit dem europäischen Dachverband FEMB ein spezifisches Nachhaltigkeitszeichen für Büromöbel, das in zwei bis drei Jahren in Verbindung mit den einschlägigen Zeichen für nachhaltiges Bauen für mehr Orientierung im Markt sorgen soll. Ein gemeinsames europäisches Zeichen macht sicher Sinn, denn, wie in anderen Bereichen auch, wird es für den Einkauf zunehmend komplizierter, sich im Zertifizierungs-Wirrwarr zurecht zu finden. Und insbesondere bei Behörden und öffentlichen Einrichtungen, bei denen Ausschreibungen ab einer bestimmten Größenordnung auf europäischer Ebene stattfinden müssen, helfen regionale Zeichen oder Teillösungen nicht wirklich weiter. Mehr zum Thema lesen Sie im Special ab Seite 32.

Verwaltungsarbeit ist immer noch Papierarbeit. Und das wird auch noch lange so bleiben. Dennoch sind Unternehmen und Behörden darauf angewiesen, ihre Vorgänge zunehmend auch elektronisch abzuwickeln – Prozess-Effizienz, Umweltschutz und Kostendruck drängen dazu. Den Spagat zwischen der analogen und digitalen Welt zu meistern ist nicht einfach, und das Ziel muss sein, neben der elektronischen Archivierung die gesamte Dokumentenkette vom Posteingang bis zum Postausgang, zu digitalisieren. Die moderne IT fege zwar den Aktenstaub mitsamt der Akten aus den Registraturen, aber die Bewältigung des Medienbruchs stelle immense Herausforderungen an die Verwaltungen, meint Professor Stefan Fisch von der Hochschule für Verwaltungswissenschaft in Speyer und macht damit auf die anstehenden Probleme aufmerksam. Welchen tatsächlichen Nutzen die Umstellung bringen kann und wie aus dem zentralen digitalen Dokumentenpool eine Infoplattform wird, beschreibt die Werkhaus-Anwenderstory in unserem Special ab Seite 17. Außerdem gibt es viele andere spannende und lesenswerte Geschichten in der vorliegenden Ausgabe.

Und jetzt ist Urlaubszeit! Schöne Ferien wünscht
Ihre Elke Sondermann

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